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Unabhängige Bewertungen und Reiseberichte zum Thema Kreuzfahrten direkt aus 1. Hand.

 

AIDAdiva - was ist neu - was ist anders Tour


Von Morris (männlich)
Alter: 55
Detailbild Schiff AIDAdiva
Quelle: Quelle: Rainer Nuyken
SchiffAIDAdiva
Bericht vom18.05.2007
Reise vom18.05.2007
Dauer7 TAGE
RouteMittelmeer

REISEBERICHT IM DETAIL


Von der Kiellegung (live) über die Ausdockung (webcam) bis zur Taufe (live) haben wir nun dieses Schiff begleitet. Viel ist dikutiert worden, über die Dinge, die anders sind, meistens über Dinge, die schlechter sind, obwohl noch niemand auf dem Schiff auch nur eine Seemeile gefahren war. Es wurde spekuliert und interpretiert, gemeckert und genörgelt, dass einem Angst und Bange werden konnte. Doch endlich war nun der 18.Mai da, und ich konnte mir selbst ein Bild machen. Endlich wieder aufs Schiff, endlich auf die Diva, deshalb folgt mir nun auf ein sehr schönes Schiff, folgt mir auf eine Woche AIDAdiva.

Anreise

Wie immer nutzten wir den Vorabend-Check-In, und wie immer kann ich nur jedem den Rat geben, dies auch zu tun. Keine Wartezeiten, fast freie Platzwahl und entspanntes Personal. Das Einchecken am nächsten Tag ging weniger reibungslos von statten, da mein Vater einen Korkenzieher und eine winzige kleine Schere in seinem Handgepäck hatte. Da man mit einem Korkenzieher den Flieger mit Leichtigkeit nach Kuba hätte entführen können, wurde dieser ebenso konfisziert wie die Schere.

In Monis Tasche fand der Kontrolleur lediglich einen Tampon mit Einführhülse als verdächtig. Ob er wohl Sprengstoff vermutete? Eine Zündschnur lugte ja hervor. Monis laut und deutlich ausgesprochenen Bescheid: „Dies ist ein Tampon…“ quittierte er mit einem „Psst, nicht so laut.“, denn er war wohl inzwischen selber drauf gekommen.

Leider hatten wir einen späten Flug, 17.20 Uhr sollte es losgehen. Im Flieger berüßten uns erstens die Schisser Sisters und zweitens hatte der Flug Verspätung. Leider konnten wir daher nicht davon profitieren, dass man derzeit schon ab Nullachthundert auf dem Schiff einchecken kann. Außer auf der Diva wird diese frühe Eincheckzeit auch noch auf der Cara ad experimentum getestet. AC spart sich die Finca und den Wasserpark, und die Gäste wollen eh nur eines: Auf’s Schiff. Mal sehen, ob das klappt, denn dann will man es seitens AC wohl beibehalten. Natürlich sind die Kabinen noch nicht sauber, denn die Abreisenden haben ja bis 9 Uhr Zeit zu räumen. Aber man kann ja schon mal das Schiff kennenlernen oder einen kleinen Drink zu sich nehmen. (Das war ein Hinweis darauf, schon mal eine Bar früh zu öffnen.)

Wir waren gegen 20.30 Uhr an Bord, haben wie immer nur unser Handgepäck auf die Kabine gebracht und sind gleich los. Für meine Eltern konnten wir noch Rom komplett buchen, welches übers Internet schon nicht mehr buchbar war, aber ich konnte schon gegen 20.45 Uhr meine Rom Biking-Tour nicht mehr buchen. Dies hätte ein Highlight werden sollen, die 30. Bike-Tour, durch Rom, und nix war’s. Da war ich schon nach 20 Minuten an Bord echt angepisst, dass könnt Ihr mir glauben. Jedenfalls waren wir endlich an Bord, und ich denke, wir machen mal einen kleinen Rundgang über diese schöne Schiff:

Kabinen

Unsere Innenkabbi erschien auf den ersten Blick unverändert. Pastelltöne beherrschen den Raum, und man findet alles wie gewohnt wieder. Allerdings, auf den zweiten Blick stellt man fest, das es Verändrungen gab. Für mich am auffälligsten: Die Kabinen sind nur für Gäste, die nicht lesen und keine Socken tragen. Denn die Nachttische sind deutlich zu klein, selbst mit eine Walt-Disney-Taschenbuch sind die schon voll belegt, wo soll ein richtiges Buch hin? Wohin mit der Uhr, wohin mit dem Glas Wasser, wohin lege ich dem MP3-Player oder was auch immer man so am Bett haben möchte. Schubladen fehlen ganz. Socken konnten dort in friedlicher Koexistenz mit Ersatzbatterien leben, Kondome erzählten den Kopfschmerztabletten schmutzige Witze und in der zweiten Lade erholten sich die Schlüpfer von ihrem Leben am Ende des Verdauungstraktes. Alles aus und vorbei.

Es wurde viel geschrieben über den Monitor, der mitten im Spiegel hängt. Stimmt, sieht auf den ersten Blick aus wie gewollt und nicht gekonnt. Aber man kann sich behelfen: Einfach die mittlere Schranktür öffnen, sich um 90° vom Spiegel wegdrehen und schon kann Susi Sorglos das Haar fönen, dass es eine Pracht ist. Bemängelt hat Moni allerdings, dass das Licht zum Schminken wegen seiner gelben Farbe denkbar ungeeigneit ist. Die Dusche ist etwas kleiner als wir das von Aura oder Vita kennen, ansonsten ist das Bad praktisch gleich geblieben.

Das iTV ist leicht zu bedienen und ein echter Fortschritt. Hier könnt ihr Fernsehen, den Wetterbericht abfragen, eine Seekarte anschauen, DPA-News lesen oder den Stand des Bordkontos abfragen. Es gibt aktuelle Spielfilme per Video on demand oder ihr wählt einen der 7 Musikkänale aus (Summer Holiday, Cocktail Jazz, Karibik Lounge, Hit Radio, Schlagerwelle, Kuschelecke, dt. Pop oder Relax. Da man sich über @myaida.de eine E-Mail-Adresse anlegen kann, an die eine Kopie der daheim eingehenden Mails weitergeleitet werden, kann man bequem seine Mails auf der Kabine abfragen.

Wenn man denn bereit ist, den Preis von 50 Cent per eingehender Mail zu zahlen. Die Antwort kostet dann nochmals 50 Cent. Da könnte ich mit leben, aber 50 Cent per eingehender Mail – dies ist eine schlichte Unverschämtheit. Also habe ich es gelassen und diesen Service nicht genutzt.

Das Holz in der Kabine sieht dafür aus wie DC-Fix. Kennt Ihr das noch? Omas alter Schrank wurde mit PVC-Folie von der Rolle beklebt und erhielt ein neues Muster. („Der iss doch noch jood, da kannste dinge Schullkrom erindun“, hätte man bei uns gesagt.) Das Muster war dann zwar ebenso häßlich war wie das alte, hatte aber nun statt Kratzer kleine Luftblasen. Damit war das Möbel wieder salonfähig. Bei den Innen-Kabinen hat AC auf der Diva für mein Empfinden einen Rückschritt gemacht. Die Außenkabine mit Balkon meiner Eltern habe ich nicht so genau betrachtet, immerhin, es gibt eine Hängematte auf dem Balkon, die keiner von uns ausprobiert hat.

So, ab jetzt wird’s schwieriger. Die Kabine ist ja nun ein geschlossener Raum und daher leichter zu beschreiben, ansonsten aber herrscht auf dem ganzen Schiff eine sehr offene Architektur. Bereiche gehen in einander über, die meisten Bars haben - ich nenne es mal so - Durchgangsverkehr. Schauen wir uns die Bars doch an:

Pier 3 Bar

An Seetagen geschlossen, verbreitet diese Bar eher den Charme eines Bahnhofkiosks. Aber wenn die Klappen geöffnet sind, dann wird’s nett. Falls man in Cannes liegt mit Blick auf die Stadt oder in Palma mit Blick auf den Paseo Maritimo. Aber in Civitavecchia, mit Blick auf die Hafenmauer, sieht es eher aus wie auf einem Hinterhof. Als Ort sich zu verabreden, um dann gemeinsam an Land zu gehen, sicherlich geeignet. Die Idee war sehr gut, wenn das Panorama stimmt ist es nett, ansonsten geht man besser woanders hin.

Diva-Bar

Auf Deck 9 findet man die Diva-Bar. Hier trinkt man etwas vor, während oder auch nach dem Theater oder wenn man Aida-TV live vor Ort verfolgen will. Der Treffpunkt „Aida-Bar erster Zacken am Rossini“ für die Offiziere hat sich nach hier verlagert. Nettes Ding.

Aida-Bar

Der sechszackige (ja, es ist einer mehr) Stern leuchtet immer noch hell am Barhimmel und soll nach Angaben der Barcrew die längste Theke der Welt sein. Hier gibt es nach wie vor Drinks vom Feinsten, serviert von einer topmotivierten Crew, hier gibt es immer noch Erdnüsse, Live-Musik und hier wird auch Bingo gespielt. Wie immer haben wir hier etliche Stunden verbracht und dank Saschko mussten wir nie Durst leiden. Schlagertörtchen werden aber nicht mehr serviert, dafür munkelt man, „Crew meets Band“ würde in Kürze wiederbelebt.

Aida-Lounge

Die Lounge liegt unmittelbar hinter der Aida-Bar und wird von dort aus mit Getränken versorgt. Hier gibt es weitere Tische, aber vor allem weiche Diwans, einladende Liegestätten mit Blick aufs Meer zum chillen und dösen, schlafen, lesen oder einfach nur zum Abhängen. Ein Platz der Ruhe, wenn nicht gerade Eltern ihre 2jährigen mitbringen, die ausdauernd austesten, was wohl länger hält: Bauklötze oder Tischplatte. Wir waren kurz davor zu testen, wer wohl stärker ist, Papa oder ich, oder wie sich „Kleinkind über Bord“ anhört. Leute, so etwas muss doch nicht sein. Das Schiff ist so groß, da könnte doch ein Bereich verschont bleiben vom Geplärre der Kleinen, oder?

Hier in der Aida-Lounge findet ihr auch die Bibliothek. Im Vergleich zur Hemingway-Lounge kleiner, dafür offen, offen wie eben alles auf dem Schiff. Auch die kuschelige Aida-Lounge hat Durchgangsverkehr.

Café-Mare

Im Café Mare kann man gemütlich sitzen und einen Kaffee schlürfen, glaube ich. Wir waren da nie, denn die Zeit reichte einfach nicht aus, an jeder Bar zu trinken.

Vinothek

In der Vinothek waren wir auch nie, oder besser, hier haben wir nie verweilt. Eigentlich eine ganz schön eingerichtete Bar, aber zwischen den Sitzplätzen auf der einen Seite und der Bar auf der anderen Seite herrschte wieder mal Durchgangsverkehr. Da die Bar direkt an das Weite-Welt-Restaurant angrenzt und man in der Vinothek rauchen darf, nutzten die Gäste des Restaurants die Sitzplätze als Raucherecke. Also kommt man aus dem Restaurant, hat gut gegessen, und nun muss man sich einnebeln lassen. Außerdem vetragen sich ein guter Tropfen – und die gibt es hier – und Bodennebel Marke Marlboro nicht. Dies Bar müsste eine Nichtraucherbar werden. Die hier angebotene Auswahl an kostbaren Zigarren kann man ins Café Mare oder in die Diva-Bar verlegen.

Time-Out-Bar

Nette kleine Bar auf Deck 11. Hier stehen die Kicker, der Billardtisch und zwei E-Dart-Geräte. Der Billardtisch ist klasse, steht aber ein bisserl verloren in der Landschaft rum. Auch hier wieder Durchgangsverkehr, und Sitzgelegenheiten in Reichweite der Qeues, schlecht durchdacht für eine gepflegte Partie. Da will grad einer an seinem Long island Ice Tea nippen, und schön spürt er die durchschlagende Wirkung, weil er das stumpfe Ende des Qeues im Auge hat. Aber der Tisch selbst ist klasse, denn die Kugeln liegen fest auf der Stelle, während sich der Tisch mit dem Schiff (oder entgegen dem Schiff, oder wie jetzt) bewegt. Kinder unter 18 dürfen eigentlich nicht spielen, in Begleitung der Eltern aber doch, entsprechend sieht der Tisch schon aus. Lange wird der da wohl nicht stehen.

Anytime-Disco

Die Anytime ist der zentrale Partyort, mit Beschallung drinnen und draußen. Hier wird das Schiff gerockt. Schlechte Nachricht für alle Anytime-Schläfer: Die Sofas, die Ihr von Vita und Aura kennt, sind merkwürdigen gepolsterten Rollen zum Opfer gefallen. Darauf kann man zwar sitzen, aber schlafen geht nur in Faultierhaltung hängend. Es muss euch also jemand mit dem Gürtel festbinden. Alles in allem aber ein toller Club, es macht immer wieder Spaß, hier zu feiern.

Ocean-Bar

Die Ocean Bar teilt sich den hinteren Teil von Deck 12 mit der Anytime Bar. Mit dem Ort für philosophische Betrachtungen und gepflegte Diskussionen über das Bewusstsein von Seepferdchen, den wir von Aura oder Vita kennen, hat diese Bar nicht zu tun. Wieder mal Durchgangsverkehr, und die gepflegte Ruhe ist beim Klabautermann. Aber um draußen oben einen Sundowner zu nehmen oder einen Digestif nach einem halben Kilo Bison ist die Bar schon gut.

Pool-Bar

Gleiche Stelle, gleiche Welle, hier wird perfekt der Auftrag erfüllt, durstige Sonnenanbeter mit Getränken zu versorgen. Tolles Team, kalte Drinks, heiße Bikinis.

Beach Bar

Die Beach Bar versorgt den unteren Teil des Pooldecks – welches jetz übrigens Sonnendeck heißt – mit Getränken und bietet eine schöne Besonderheit: Es gibt nette Nischen mit dicken Polstern und Baldachinen, die vor allem am Abend zum Verweilen einladen. Selbst wenn es etwas windiger ist, sitzt man hier geschützt und kann etwas abseits sitzend die Poolparty genießen (wenn man das mag, wir sind ja lieber mittendrin statt nur dabei).

An jeder Ecke ein Bar, das ist wirklich toll, und für jeden Geschmack ist etwas dabei. Allerdings fehlt mir die Möglichkeit des Rückzuges, wie Nightfly oder Ocean Bar dies geboten haben. Hier ist in jeder Bar Durchgangsverkehr, wie ich es nenne, und das ist etwas schade. Sehr schön finde ich die neue Bar-Karte. Die ist neu sortiert nach: Getränke mit Rum, mit Gin, mit Whisky, sortiert nach Caipis mit und ohne, nach Bitters, Longdrinks, Schnäppsen und Klassikern. Statt der Zutaten wird der Geschmack beschrieben, ich finde die Karte sehr gelungen.

Nun gut, nachdem ich euch den Mund wässrig gemacht habe mit dem Rundgang durch die Bars, gehen wir mal etwas essen. Kommt mit und werft mit mir einen Blick in die Restaurants auf der Diva.

Markt Restaurant

Das Marktrestaurant bietet leider keine Außenplätze an, und weil wir nun mal Draußensitzer sind, waren wir hier nicht sehr oft. Aber trotzdem: Hier gibt es eine Fleischtheke, die jedem Schlachter Ehre machen würde. Hier gibt es Würste, die fettig aus der Pelle platzen wollen, da hängen duftende Schinken und schmackhafter Aufschnitt wartet darauf, mit oder ohne Brot verzehrt zu werden. Außerdem steht hier die Kühltheke, die ganz dem Lachs und seinem Bruder, dem Thunfisch gewidmet ist. Auch Tiefseekrabbeltiere, die sich vor Freude über die Diva einen Spieß in den Bauch gefreut haben, gibt es hier.

Weite Welt Restaurant

Den Außenbereich des Weite Welt Restaurants haben wir oft genutzt. Es war nie ein Problem, hier einen Tisch zu bekommen. Im WWR bekommt man asiatisches, mexikanisches und allerlei sonstiges fischiges und fleischiges. Ich habe jetzt so genau nicht aufgeschrieben, was es alles gab, aber die Kombination aus Markt- und WW-Restaurant ließ eigentlich keinen Wunsch offen. Lediglich die Themenabende, wie sie auf Aura oder Vita ausgerufen werden, gibt es nicht mehr, gefehlt haben die uns aber nicht.

Bella Vista Restaurant

Das dritte Buffetrestaurant im Bunde ist das Bella Vista. Hoch oben auf Deck 11 biete es erstens einen schönen Blick und zweitens Tische draußen, wenn auch nur eine Reihe. Innen sitzt man auf hohen Hockern an steinernen Tischen, mal eine echte Abwechslung.

Pizzeria Mare

Hier gibt es von 12 bis 12 Pizza, Salat und Frikadellen, die Einrichtung ist gleich wie im Bella Vista, und so wird die Pizzeria auch gerne von Bella Vista Gästen abends zusätzlich genutzt. Die Zeiten des kostenloses Wassers zur Pizza sind vorbei, dafür kann man aber auch Bier, Wein und andere Getränke bestellen, zu ganz normalen Barpreisen. Es gibr einen Zugang über das Sonnendeck, so dass man auch kurzbehost einen Snack ergatteren kann. In allen Buffetrestaurants haben wir immer einen Platz, sei es drinnen oder draußen, bekommen.

Sushi Bar

Die Sushis sind richtig richtig gut, und wir haben sogar einen Sushikoch von der Blu wiedergesehen, man hat also das alte Team behalten. Manuela, die Restautrantchefin, hat das Ganze dann noch mit viel Seele erfüllt. Sie erklärte die verschiedenen Sushis wenn nötig, und sie verhinderte auch, dass mancher Gast sich die Augen mit seinen Stäbchen aussticht. Wir hatten zweimal eine gemischte Sushiplatte dazu kühles Kirin-Bier, und dafür zahlten wir rund 35 Euro und damit keinen Euro zuviel. Leider hat auch die Sushi Bar Durchgangsverkehr, sitzt man an der Bar, kommen die Leute im Rücken vorbei, was mir persönlich nicht so liegt.

Buffalo Steak House

Die Einrichtung ist eher kühl, aber trotzdem ansprechend. Der Service ist ausgezeichnet, und die Qualität der Speisen herrvorragend. Man kann nun über den Preis streiten – oder auch nicht – wir kamen jedenfalls auf 75 Euro inklusive Getränke, und haben wunderbar gegessen. Der Bison war erstaunlich, lecker, köstlich und mal was ganz anderes.

Rossini

Das Rossini auf der Diva erinnert eher an das Rsoosini auf der Blu, und ist damit anders als auf Vita oder Aura, aber es gefiel uns. Wir hatten das 11-Gänge-Amuse-Geul-Menu, und es war mal wieder ausgezeichnet. 10 von 11 Gängen bekamen 100 von 100 Punkten, einer dafür nur 1, für die Optik, aber das tat dem ganzen keinen Abbruch. Maître Kroack hat alle Register gezogen. Dazu hatten wir natürlich Api, Wein, Wasser und Café, und kamen somit auf 110 Euro inklusive Trinkgeld. Der Service war ausgezeichnet, man merkt dem Personal an, dass das Bedienen der Gäste auf höherem Niveau deutlich mehr Spaß macht als bloß im WWR die Tische abzuräumen.

Das Rossini war schon am Beginn der Reise fast ausgebucht, also, nicht zu lange warten sondern gleich reservieren.

Weiterer Rundgang

So, nach diesem kulinarischen Ausflug wollen wir mal einen Streifzug über das Schiff machen. Mal sehen, wie es hier so ausschaut. Überall dominieren satte, kräftige Farben, überwiegend warme Töne, aber es setzt auch hin und wieder ein kaltes Blau einen Kontrapunkt, oder ein leuchtendes Grün unterbricht eine Folge von Rottönen. Die offene Architektur und ihre Nachteile habe ich bereits angesprochen, aber die Vorteile des ganzen überwiegen doch eindeutig. Dies wird besonders deutlich beim Theatrium.

Da ich nie Theatergänger war, vermisse das alte Theater nicht, begrüße aber das Theatrium. Ein nepalesisches Sprichwort sagt: Die Welt ist wie ein Fenster, jeder schaut kurz hinein und geht dann weiter. So oder so ähnlich kann man das auch mit dem Theatrium machen. Kurz reinschauen, und weitergehen. Man kann aber auch verweilen, und eine Show ansehen, bei den Proben zuschauen wie atemberaubende Artistik geübt wird, oder einfach einen Blick auf die Technik tun, die man sonst nie zu sehen bekam.

Man kann an der Bar sitzen und die Show einfach nur „hören“, aber man kann auch einen Drink auf einem der kleinen runden Tischchen abstellen und die Show mit einem Drink genießen. Die Shows werden zu unterschiedlichen Zeiten wiederholt, so dass jeder die Chance hat, mal reinzuschauen.

Auf Deck 11 gibt’s die wunderbaren Kuschelmuscheln, runde lederne Sitze mit Lehne und einem iTV-Monitor, in denen man kuscheln, schlafen, iTVen oder auch die Show aus dem Theatrium hören kann. Das TV-Studio ist jetzt auch völlig anders. Die Technik verschwindet hinter Glas, aber der Moderator steht draußen an einer violetten Theke, liebevoll Lila Kuh genannt. Dazu aber später mehr.

Das Wetter ist gut, Zeit auf das Pooldeck zu gehen. Das Pooldeck – oder political correct – Sonnendeck – ist nun dreigeteilt. Da wäre zunächst der Bereich um die Poolbar. Hier gibt es einen kreisrunden flachen teil, der im eigentlich Pool endet. Jede menge Liegen stehen drumherum, Kinder können plantschen, und man kann von oben auf die Bühne des Theatrium sehen. Außerdem sehe ich hier schon jede Menge Paxe liegen, die nach der Poolparty dringend einer Abkühlung bedurften.

Den zweiten Teil des Sonnendecks bilden die Stufen. Hier kann man tagsüber seine Liege aufstellen, oder einfach auf der Stufe sitzen, und abends kann man dann, wie in einem Theater, die Show auf der Poolbühne (muss das jetzt Sonnendeckbühne heißen?) verfolgen. Den dritten Teil des Decks bildet der Bereich vor der Bühne und die Bühne selbst. Dort findet auch die eigentliche Poolparty statt, sprich hier wird getanzt. Und wenn die Stufen besetzt sind und der DJ die richtige Musik raushaut, dann kann hier ganz schnell eine schöne Party in Gang kommen.

Fototeam

Dem Fototeam gebührt ein eigener Absatz, denn die waren toll. Sie waren präsent, ja, und sie haben ihre Fotos gemacht, aber sie waren dabei immer nett, freundlich und höflich, ganz im Gegensatz zu der Balkanmafia, deren Unverschämtheiten wir bisher erdulden mussten. Ich hatte nie das Gefühl, nur abgeschossen zu werden, und selbst ich, der sich nicht gerne vom Fototeam knippsen lässt, habe stillgehalten, weil zu der Aufforderung, sich zum Foto aufzustellen, immer ein freundlichesLächeln gehörte. Sogar Fotos von der Jungfernfahrt, die uns ein Forumsmitglied bat mitzubringen, hat man uns noch herausgesucht. Das nenn ich Service.

Reise

So, nun habt ihr das meiste des Schiffes kennengelernt, nun kann ich mich dem eigentlichen Reisebericht zuwenden. Angreist sind wir ja schon weiter oben. Nach dem Abendessen verabschiedeten wir uns von Palma und begrüßten das neue Schiff und auch alte Bekannte. Das Pooldeck war voll, das Showensemble tanzte Wellcome und die Stimmung war spitze.

CD Thorsten begrüßte uns mit den Worten: „Diesmal sage ich auch nicht, dass wir über den Äquator fahren….“. Hier trafen wir auch die Finkis wieder, Sebastian und Anja, zwei nette trinkfeste Fans aus Mülheim, die wir schon kurz beim Essen getroffen hatten. HotMan Joseph war zugegen, dem ich viele spannende Infos verdanke und ich lernte, das der Teamleiter Animation jetzt Assistant Entertainment Manager heißt, aber er nicht wirklich jemanden entertaint. Also schon ein bißchen …. es gab etwas Poolradio, ein bißchen Quiz, und Adrian, der alte Hafentänzer gab seine Tanzkurse, aber das wars auch schon.

Und wisst ihr was? Trotzdem wurde schon auf der Wellcome-Party getanzt, ganz ohne Eintänzer von Ani oder Ensemble, und auch der Tiburon ging noch, ohne dass ein Animateur dazu auffordern musste. Schöne Sache. Und die Bar machte ihren Umsatz sowieso. Der Knüller sind die Boxen dort. Die machen satten Sound und kommen noch gegen die kräftigste Brise an, diese Beschallung ist ein echter Hammer. Der DJ hatte ein gutes Händchen und spielte eine gute Mischung aus alten und neuen Songs, so dass jeder auf seine musikalischen Kosten kam.

Seetag

Was haben wir heute eigentlich gemacht? Wir haben uns das Schiff angesehen, gegessen und festgestellt, das wir mal wieder die halbe Barcrew kennen. Der traurige Kai war da, Poolbar-Markus, Anytime-Markus, Cocktail-Hardcoreworkshop-Saschko und und und ….

Wir haben ein wenig hier gesessen und ein bisserl dort, waren chillen in der Lounge, trinken an der Bar, Essen und wieder trinken. Die meiste Zeit haben wir an der Aida-Bar gesessen, obwohl auf dem Pooldeck trotz des Seetages ausreichend Liegen vorhanden waren. Irgendwie ging der Tag viel zu schnell vorbei, aber es gab ja so vieles zu entdecken, so viele Eindrücke zu sammeln und zu verarbeiten.

Heute haben wir auch die erste Morningshow gesehen. Die kommt aus dem TV-Studio und wird von zwei Moderatoren moderiert. Die Show ist neu, und muss sich noch einspielen, und obwohl sich die beiden alle Mühe geben: Da geht noch was, das kann spannender und unterhaltsamer werden.

Ähnlich verhält es sich mit dem Aida-TV am Abend. Es gibt einen festen Moderator, und der macht seinen Job auch ganz gut, aber er hat – und da graut es dem Clubschiffvielfahrergast – einen sekundengenauen Ablaufplan. Das macht die ganze Sendung viel zu steif, viel zu digital. Es gibt ein Gewinnspiel, da können genau drei Gäste anrufen und antworten, fertig. Das war der ganze Kontakt der Live-TV-Sendung mit dem Gast. Viel zu wenig, viel zu statisch, viel zu langweilig. Man kann der Show Live zuschauen, aber die zuschauenden Gäste werden in keiner Weise eingebunden. Klar, wie denn auch, bei einem sekundengenauen Ablaufplan. Dieses Schema muss sich ein Totengräber ausgedacht haben, denn damit ist das TV uninteressant und somit tot. Es fehlt an Spontaneität, es fehlt an Call-Ins, es fehlt einfach der Geist des Clubschiffes. Auch da geht noch was.

Rom

Meine Biketour war ja leider schon ausgebucht, also blieb ich bei Moni an Bord. Die Nummer mit dem Bus nach Rom kannten wir schon, als wir vor 4 Jahren hier waren, never again hatten wir damals geschworen und das würden wir auch halten. Stattdessen blieben wir an Bord und genossen die Wellnessoase. Ein Traum, ehrlich, vor allem mit so wenig Gästen. Wir hatten allen Platz der Welt, alle Ruhe der Welt, eine tollen, großen Whirlpool und ein fantastische Erlebnisdusche.

Die ganze Oase erinnert an einen Ort im Dschungel, zwar aus Plaste-Elaste gepresst, aber so gut gemacht, das man der Täuschung gerne erliegt. Zum chillen hat man die Wahl zwischen Hängematten, großen Kuschelmuscheln, Sofas oder gar Himmelbetten. Dazu noch zwei schöne Pina Coladas, und der Tag war gerettet. Da das dach geöffnet wurde, konnten wir auch die Sonne genießen. Die Wellnessoase war wirklich jeden einzelnen der 1000 Cent wert, die wir gezahlt haben. Der Oase verdanken wir wohl auch, dass auf jeder Kabine ein Bademantel zu finden ist. Schick.

Den Abend verbrachten wir an der Aida-Bar, und machten die Bekanntschaft der Band „Sopranos“. Im gegensatz zu Karl Springer und seiner Gang, denen man gut und gerne zuhören konnte, waren die Sopranos, na sagen wir mal, grenzwertig, und in der Aida-Bar auch schon mal schlecht abgemischt. Ganz im Gegensatz zu den Drinks, die natürlich immer perfekt gemischt werden.

Livorno

Hier durfte ich endlich mal wieder aufs Rad. Nach einem späten Frühstück im Bella Vista trafen sich die Biker gegen Mittag auf der Pier. Die Jungs mussten zwei mal raus, da die Strecke noch neu war. Der Weg führte uns durch einen langweiligen und staubigen Industriehafen hinaus nach Livorno. An der Küste entlang, die kaum Strände, dafür aber gute alte Badeanstalten kennt, radelten wir schön gemütlich im Flachen. Es wurde uns langsam warm, da es aber keine Steigungen gab, ging es gut voran. Als der softe Teil der Tour vorbei war, wurde es etwas ernster. Wir fuhren hinauf nach Montenero, ein Anstieg über einige Kilometer auf eine Höhe von ca. 190 Meter. Nicht ganz einfach, aber machbar. Oben rasteten wir, in einem netten mittelalterlichen Städtchen, dass mir aber außer einem schattigen Platz und einem fantastsichen Ausblick nicht sehr viel zu bieten hatte.

Nach der Abfahrt radelten wir wieder gemütlich und gemächlich vor uns hin, kreuz und quer durch die Altstadt Livornos, die allerdings auch nicht gerade ein Highlight ist. Geführt wurde die Gruppe von Alex, der das ganz im Geiste der Aida-Biker tat: Freundlich, fröhlich, informativ, die fünf gerade und eine rote Ampel auch schon mal grün sein lassend, denn die Autofahrer hier sind völlig entspannt und sehr entgegenkommend. Insgesamt geleitete er uns sicher und souverän über 45 km durch Livorno.

Heute Abend haben wir dann die Aida-TV-Veranstaltung etwas aufgelockert und mal endlich einen Cocktail verlost. Den Tagescocktail galt es zu erraten, und bei dieser Gelegenheit haben wir den Moderator interviewt. Aber trotzdem, es ist nicht das Gleiche. Der Eindruck, das Gäste nicht erwünscht sind bleibt, und da kann ich den Konzeptschreibern nur sagen: Hey, das ist TV auf einem Schiff und nicht für das ZDF. Auch wenn eure Moderatoren ihr Ding gut machen, lasst ihnen mehr Freiheiten, holt die Gäste ins Boot (sollte auf einem Schiff nicht so schwer sein) und dann läuft das.

Der Abend brachte der Diva ein Novum, und, wie wir hörten, etwas einzigartiges: Studio 54. Im Entertainment-Plan wohl nicht vorgesehen, wurde heute abend Äquator Thorsten „Toto“ Bednarz mit einer Studio-Party verabschiedet. Was soll ich sagen? Es war ein rauschendes Fest. Super Stimmung, alle waren da, alle machten mit, und der DJ fand den richtigen Mix aus 80er, 90er und aktuellem, so dass die Tanzfläche immer voll war. Es gab die üblichen Showeinlagen (wer schon mal dabei war, weiß was ich meine), jede Menge schöne Frauen und Männer, und die üblichen gerümpften Nasen über soviel Blödsinn. Egal, wer keinen Spaß verträgt, soll auf’n Friedhof gehen, und warten bis er dran ist, sagt jedenfalls ein bekannter Philosoph aus Osnabrück.

Cannes

In Cannes waren Filmfestspiele und alle Schönen, alle Reichen, alle Boots- und Ferrariverkäufer und auch alle plastischen Chirurgen waren da. Wer etwas auf sich hielt, trug ein Band um den Hals mit einer Plastikkarte auf der stand: Ich bin wichtig. Ich bin wichtiger. Ich bin noch wichtiger.Wer das nicht hatte, sollte wenigstens einen tiefen Ausschnitt präsentieren.

Wir wollten jedenfalls dem Trubel entfliehen, um uns in den Trubel von Monte Carlo zu stürzen. Per Internet hatte ich ein Auto bestellt. Für 80 Euro bekammen wir einen Citroen Xsara Picasso Diesel mit Klimaanlage („Trop chèr? Mais M’sieur, nous avons le Festival, n’est-ce pas?“). Für 4 Personen genau richtig. Der Verleiher – in dem Falle Alamo – liegt leider etwa 30 Minuten zu Fuss vom Schiff entfernt, und wegen der Festspiele gabs auch kaum Taxen. Aber auf diese Weise bekommt man Cannes zu sehen, und man kann einen Blick auf das Palais du Festival werfen, und auch am Carlton und am Martinez kommt man vorbei.

Die Fahrt über die Küstenstraße Richtung Monaco dauerte etwa 90 Minuten, da es in Nizza einige Baustellen gab. In Monaco parkten wir im Parkhaus am Casino, und von dort aus wanderten wir durch die Stadt. Überall wurde gebaut und gewuselt, Leitplanken aufgestellt und Markierungen und Schilder angebracht. Wir kammen dicht an der Boxengasse vorbei, die Autos waren schon da, die Fahrer noch nicht.

Nach einigen Stunden bei den richtig Reichen hatten wir noch ein paar Getränke im Café de Paris – wat mutt dat mutt – und dann gings über die Autobahn Heim nach Cannes. Für die Autobahn sollte man Kleingeld parat haben, die Maut liegt bei etwa 7 Euro, aber in drei Abschnitten und man kann, wenn man’s denn klein hat, das Geld einfach in den Trichter werfen und die Schranke öffnet sich. Zurück in Cannes wurde es etwas umständlich, das sollte aber ohne Festival nicht passieren. Insgesamt fuhren wir 101 km bei 100 vereinbarten Freikilometern, gut geschätzt, gell.

Das Casino habe ich heute ausprobiert. Die Crew dort ist gemischt, aber überwiegend, wie schon auf der Blu, kommen die Dealer und Croupiers von unseren östlichen Nachbarn. Allerdings empfand ich sie deutlich motivierter und freundlicher, als auf der Blu. Wer das Casino betreibt, kann ich gar nicht sagen, Casino Austria ist wohl nicht, ich hörte, es sei Carnival Corp. selbst, die das machen. Wie auch immer, ich gewann 50 Euro beim Ocean Poker, und wurde gut unterhalten.

Der Abend brachte mir die Schlagerparty, und Moni einen frühen Gang zu Bett. Das Showensemble schickte Carola und Fanny ins Schlagerrennen (die Jungs hab ich vergessen, die dabei waren) und wir hatten so richtich Spaß. Nun gut, die Sopranos zwischendurch musste man nicht haben, aber da ich mit den Finkis so ein bis drölf Getränke hatte, kams da nicht so drauf an.

Barcelona, Tag 1

Das neue Terminal von Costa ist wirklich sehr sehr schick, nur leider liegt es am AdW. Von La Rambla hinaus an die Pier und umgekehrt ist es ein ganz schöner Latsch. Wir nutzten deshalb den Shuttle-Bus für 3 Euro, der uns bis zum WTC gebracht hat. Vor dort aus sind wir die Ramblas rauf und runter, in die Markthalle und dann noch auf den Placa Reial, schließlich wollten wir meinen Eltern ein bisserl was zu Fuß zeigen, da die ihre Stadtrundfahrt erst am nächsten Tag hatten.

Am Abend gingen wir – d.h. Moni, die Finkis, ein Freund, ein Freund des Freundes und ich – nochmal in die Stadt. Zunächst bekamen wir keinen Shuttlebus, denn es war schon spät, aber auch kein Taxi, denn es stand keines dort. Nur mit Mühe war der Taxifahrer zu überreden, zurückzukommen, da wir nicht alle in eine Droschke passten. Er ließ sich sogar Vorkasse zahlen, denn wir könnten ja weg sein, wenn er zurück kommt. Da, liebe Leute von AC, müsst ihr oder euer Agent mal Kontakt zum Tourismusoffice in Barca aufnehmen, so geht das nicht. Was nützt mir ein Overnight, wenn ich nicht in die Stadt kann, und vor Mitternacht, das wisst ihr selbst, braucht man dort nicht auszugehen.

Wie auch immer, wir waren schließlich drin. Leider bekamen wir im von uns bevorzugten Restaurant keinen Platz. Also fanden wir uns ein anderes an der Placa Reial und genossen etwas zum Picken, oder, wie der Spanier sagt: Tapas. Schöne Sache war das, mal hiervon mal davon zu naschen. Anja schaffte es sogar, einen großen Löffel aus dem Fettnapf zu löffeln, aber das wollen wir hier nicht vertiefen. Nach dem Essen machten wir uns auf den Weg, einen Club zu finden, von dem Sebastian gehört hatte, und der In sein sollte. Also los. Durchs Barri Gotic, an der Promenade entlang, richtung Strand. Wobei niemand wirklich eine Ahnung hatte, wie weit es bis zum Strand ist, oder gar, wo denn der Club überhaupt liegt.

So lernten wir Barcelona bei Nacht kennen, es war eine laue Frühsommernacht, und die Einheimischen saßen trotzdem alle vor ihrer Glotze. Denn jeder, den Sebastian nach dem Weg zum Club fragte („Hello, excuse me please, do you know the Carpe Diem Lounge Club….?“), antwortete, sei nicht von hier, er täte ihm leid, er könne nicht helfen. Schön war auch, auf auf Englisch gestellte Fragen eine deutsche Antwort zu bekommen.

Nach ca. 1 Stunde 10 Minuten erreichten wir das Ziel. Die Clubs am Strand unterhalb des Hotels Arts. Leider war der CDLC schon sehr voll, also versuchten wir es einige Meter weiter, und noch einige Meter weiter, und dann noch einige Meter weiter. Aber entweder sollten wir warten („15 minutes, do you understand me, 15 minutes, wait at the bar“) oder man machte zu „Sorry guys we’re closing“. Vielleicht hatten wir auch das falsche Deo, oder die falschen Schuhe, oder was auch immer. Schließlich landeten wir im Shoko, und waren nicht wirklich zufrieden. Der lange Marsch hatte Moni müde und Anjas Füße wund gemacht, und Sebastian fand das Heineken mit 5 Euro einfach viel zu billig. Also warfen wir uns nach 2 Drinks in 2 Taxen und machten uns auf den Heimweg.

(Wer es einfacher haben möchte, lässt sich mit dem Taxi zum Ritz-Carlton-Hotel „Arts“ fahren, die Clubs sind unterhalb des Hotel direkt am Strand. Fahrstrecke Hafen-Hotel ca. 6 km und kosten von 10 bis 12 Euro bei 3 Personen im Taxi.)

Der Heimweg gestaltete sich insofern schwierig, als das unser Taxifahrer nun gar nicht wusste, wo wir hinwollten. Weder Englisch noch Spanisch halfen da weiter, denn der gute Mann kannte einfach diesen Teil des Hafens nicht, und als wir dann nachts gegen zwei Uhr vor der Europabrücke standen, die sich gerade geöffnet hatte, da schaute der Kerl aus der Wäsche als hätte er soeben entdeckt, das die Erde rund ist. Also, liebe Leute von AC, da müsst ihr wirklich mal das Touristikbüro der Stadt Barcelona dran arbeiten lassen, da geht noch was.

Barcelona, Tag 2

Nach der Latscherei gestern wollten wir heutze nur am Pool liegen, und dies taten wir dann auch. Gegen vier Uhr nachmittags trafen wir Richie, den Nachfolger für Thorsten, und so nahm das Elend seinen Lauf. Moni bestellte eine Runde kleine braune Situationen, und nach drölf weiteren kleinen Jägermeistern waren der Tag und der Abend gelaufen. Ich schaffte es noch auf eine Runde ins Casino, Moni begab sich baldigst zu Bett. Es gab am Abend keine Farewell-Lasershow, weil noch keine programmiert ist, aber sie ist im Werden und soll bald das Schiff und den Himmel erleuchten.

Abreise

Wir konnten bequem am Hafen einchecken, so dass wir unsere Koffer erst in CGN wiedersahen. Mit leichter Verspätung kamen wir daheim an und waren wie immer traurig, dass schon wieer eine tolle Woche Aida vorbei war.

Konzept

Alles bleibt anders: Was wurde nicht alles zu den Änderungen des Konzeptes geschrieben. Da findet einer den Lachs nicht zum Frühstück, und schon ist das ein neues Konzept. Einem anderen fehlen die Wasserspender, und schon muss er verdursten. Der Dritte vermisst Spiegelei oder Omelett, dem sage ich: Wer fragt, dem kann geholfen werden.

Die wirklichen Veränderungen sieht man ganz woanders. CD und EM begrüßen dich plötzlich in dunkelblauen Uniformen mit Streifen auf dem Ärmel und mit Krawatte um den Hals. Also, nicht das Thorsten und Bertin nicht eine gute Figur gemacht hätten, in ihren Uniformen, aber nehmt einen Edding, malt die Streifen blau und sie unterscheiden sich in nichts mehr von dem Kerl im Büro nebenan. Das brauche ich nicht. Natürlich stecken immer noch die beiden gleichen netten Jungs in dem Anzug, ich weiß das, denn ich kenne sie. Gegenüber allen anderen schaftt das nur Distanz.

Die Animation heißt nun Club Team und macht sich rar. Hallo liebe Leute von AC: Das war immer das Besondere an Euch, der Club. Und nur der Name Club-Team lässt den Club darin noch nicht leben. Das nicht jeder mit einem traulichen „Du“ angesprochen werden will, das kann ich ja verstehen, insofern ist das „Der Gast duzt, man duzt zurück“-Prinzip ganz gut. Wir werden das auch weiter umsetzen, und stellen fest, die Crew auch.

An jeder Ecke hängt ein Bildschirm, sehr schön, aber wir wollen nicht die digitale Welt, sondern die persönliche Welt genießen. Noch klappt das alles, denn natürlich waren auf der Diva erfahrene Clubschiffer, die wissen wie’s geht, die wissen, wo die Lücken sind und wie man sie nutzt, die wissen, was geht und was nicht. Hoch motiviert wollen die den alten Geist hinüberretten auf das neue Flaggschiff, und bisher ist das auch ganz gut gelungen. Aber was ist, wenn die „alten“ gehen, und dann kommen die neuen aus der digitalen Welt, mit ihren Konzepten aus den Büros in Rostock und Hamburg? Jene, die eben nicht mehr wissen, wie geil es sein kann, auf dem Clubschiff. Bingo gehört jetzt zum Kasino. Gut. Aber warum muss sich das nun anhören, als wenn man dabei keinen Spaß haben kann? Langweilig ist es geworden, und, was schlimmer ist, gewöhnlich.

Hoffnung macht mir, dass man verschiedene, liebe alte Gewohnheiten auf der Diva nun nach und nach ausprobieren und bei Erfolg auch wieder einführen will. Damit kann ich leben, diesen Weg sollte man weiter verfolgen.

Denn sonst frage ich mich: „Wie passen eigentlich offene Architektur, offene Bars, durchgehende Räume, großzügige Gestaltungen zusammen mit kleinlichen sekundengenauen Ablaufplänen“? Das habe ich nicht verstanden. Warum ist man bei Aida-TV, Club-Team-Animation und Bingo – um Beispiele zu nennen, nicht genauso kreativ wie bei der Gestaltung des Schiffes. Da haben Bürokraten gewirkt, und keine kreativen Köpfe.

Das Schiff ist schön, das Schiff ist groß, da ist doch ein Nebeneinander von moderner Kreuzfahrt – wenn es denn so heißen soll – und Clubschiff möglich. Ich kann ja verstehen, das man dem Motto „Alpenglühn“ skeptisch gegenüber steht, zu schnell sind wir hier auf Ballermann-Niveau, aber warum eine Studio 54 Party nicht stattfinden soll, verstehe ich nun nicht mehr. Außerdem, nach 23 Uhr sind eh nur noch die Partypeople wach, und die sollten doch ihren Spaß haben, oder?

Fazit

Die Diva ist anders, sie ist größer, breiter und ein sehr schönes Schiff. Aber deshalb ist sie nicht besser als Vita oder Aura, eben anders. Es sind mehr Paxe an Bord, aber das merkt man nie, denn das Konzept „offene Architektur“ geht auf. Man verweilt hier und da, oder bleibt einfach auf seiner Balkonkabine. So kommt es nicht zu den Stoß- und Drängelzeiten vor und nach dem Theater, oder zum Essen. Es gab immer freie Tische und freie Liegen. Man kann in Ruhe die Abendsonne am Pool genießen, denn Volleyball findet achtern auf Deck 14 statt, und wer etwas Besonderes sucht findet dies in der Wellnessoase, dem Casino oder in einem der Restaurants bei Steak und Sushi. Wir werden jedenfalls wieder kommen, falls die Route uns zusagt, als nächstes werden wir wieder Aura fahren, und bestimmt manchmal an die Diva zurückdenken, wenn uns dieses oder jenes fehlt.

Dirk Kaiser

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