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Unabhängige Bewertungen und Reiseberichte zum Thema Kreuzfahrten direkt aus 1. Hand.

 

Hier war mal das Lächeln zu Hause - Alles bleibt anders?


Von Monty (männlich)
Alter: 49
Detailbild Schiff AIDAcara
Quelle: Quelle: Rainer Nuyken
SchiffAIDAcara
Bericht vom03.11.2006
Reise vom03.11.2006
Dauer7 TAGE
RoutePalma de Mallorca, La Goulette (Tunis), Malta, Palermo, Barcalona, Palma de Mallorca

REISEBERICHT IM DETAIL


10 Jahre AIDA - Alles bleibt anders

Am 03.11.2006 starteten wir in Palma de Mallorca unsere Mittelmeertour, die uns von Palma nach La Goulette (Tunis), Malta, Palermo und Barcelona führte. Nach einer Woche Kreuzfahrt auf der AIDAcara will sich leider auch zurückblickend kein richtiges AIDA-Gefühl bei uns einstellen. Dazu später mehr. Ich beginne mal chronologisch, lasse aber bewusst zu subjektive Empfindungen und die eine oder andere triviale Information aus.

Wir starteten bereits vor dem Aufstehen in Berlin Schönefeld. Müde aber voller Vorfreude auf eine tollen Tag auf der Finca und eine tolle Woche auf der AIDAcara verließen wir das kalte Berlin und flogen dem Sonnenaufgang entgegen. Der Flug war ruhig und selbst das feuchte Schinken-Sandwich von Air Berlin könnte unserer Laune nicht trüben.

Nach der Landung brachten wir den langen Weg vom Flieger zur Gepäckausgabe hinter uns. Wir hatten Glück, die Gepäckausgabe ging schnell und reibungslos. Wir amüsierten uns noch über einen Gast, der fast jeden Koffer, der auf dem Band an ihm vorbeifuhr, anfasste und ausgiebig untersuchte, als ob er nicht mehr recht wusste wie sein Koffer aussieht. Er schnappte sich auch meinen Koffer, ließ ihn dann aber desinteressiert liegen, als er bemerkte, dass dies auch nicht sein Koffer ist. Dann erspähte er einen weiteren Koffer, der sein Interesse weckte. Farben spielten keine Rolle bei seiner Auswahl. Unserer war grün, der nächste rot. Er wird seinen Koffer sicherlich noch gefunden haben. Wir hatten unsere jedenfalls und machten uns auf den Weg zum Ausgang.

Hier warteten schon zahlreiche Agenten von anderen Reisgesellschaften. Einige mit Schildern in der Hand, andere Agenten hinter bunten Schaltern. Alle voller guter Laune und strahlendem Lächeln. Ich schaute mich um und suchte das AIDA-Lächeln. Eine Mitarbeiterin der TUI strahlte mich an. Urlaubsfeeling machte sich breit. Ich suchte weiter die Mitarbeiter und den Stand der AIDA. Ich suchte, suchte, suchte und suchte weiter. Ich mache es kurz: Es war niemand da. Irgendwo war der Ausgang und wir gingen in Richtung Tür. Hier stand dann tatsächlich eine einzelne Dame, die zur AIDA gehörte. Sie zeigte mit einem "Lächeln" in Richtung Tür und murmelte das Wort: "Busse". Ah, da sind also Busse. Da wird dann sicherlich auch der Stand sein. Ich mache es wieder kurz. Alle AIDA-Gäste standen mehr oder minder verloren vor den Bussen und wussten nicht recht weiter. Nach ca. 10 Minuten verstauten einige ihre Koffer in irgendwelchen Bussen und bestiegen diese zum Teil bereits. Nach einigen weiteren Minuten erschienen dann doch noch weitere Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter von AIDA. Es wurde sogar noch ein Stand aufgebaut und nachträglich Nummernkarten für die Busse verteilt, die wir dann gleich wieder abgeben konnten, da wir ja bereits auf die Busse verteilt waren, was den AIDA-Leuten natürlich nicht schmeckte, was man wiederum an deren Gesichtern (Rat- und Planlosigkeit) ablesen konnte. Man hatte insgesamt den Eindruck, dass die Kräfte vor Ort einfach zu spät erfahren hatten, wann die Flugzeuge landen würden. Das ist wie mit Weihnachten, kommt ja auch immer sehr überrschand. Es ging dann aber doch noch recht zügig in Richtung Finca.

Über die Finca möchte ich nicht viel schreiben. Es war allerdings so, dass uns gesagt wurde, dass normalerweise Scouts von der AIDA zur Finca kommen und man dort Infos zu den Ausflügen auf der bevorstehenden Route bekommen und diese auch schon buchen könnte. So kannte ich es auch von früheren Fahrten. Ob die Scouts auch an diesem Tag kommen werden, wusste man leider nicht (hier fehlte wohl Kommunikation). Sie sind nicht gekommen und wieder spürte man bei den AIDA Mitarbeitern vor Ort eine gewisse Rat- und Planlosigkeit. Bei den Servicekräften der Finca hatte man das Gefühl, dass man irgendwie stören würde. Das Essen war unter aller Kanone und man sah zahlreich irritierte Blicke und hörte ironische Bemerkungen bei und von zahlreichen Gästen. Der Transfer nach Palma, den wir für die Mittagszeit vorgesehen hatten, da wir uns noch ein wenig Palma anschauen wollten, klappte aber gut.

Wir erkundeten dann ein wenig Palma und machten uns gegen 16:00 Uhr mit dem Taxi auf den Weg zum Schiff. Am Hafen herrschte Chaos. Trotzem ging das Einchecken schell und problemlos. Routiniert freundliches Abarbeiten der Massen. Besonderes AIDA-Feeling war jedoch nicht zu bemerken. Wer sich auf die Fahne schreibt: "Hier ist das Lächeln zu Hause" sollte ein klein wenig mehr bieten. Zumal wir es ja auch unter anderen Umständen und in größerem Chaos schon mehrmals anders erlebt haben. Wie schon auf der Finca, fiel eine gewisse Lieblosigkeit auf. Das Besondere fehlte irgendwie.

Dann ging es ab auf die Kabine. Das erste mal Balkonkabine auf der Cara und wir waren nicht enttäuscht. Die Kabine kannten wir grundsätzlich schon. Früher eine A-Außen, heute A-Außen-Balkon sozusagen. Es handelte sich um eine Kabine mit Verbindungstür. Auch das kannten wir bereits und fühlten unsere Erfahrung bestätigt, denn die Verbindungstür ist schon ziemlich hellhörig. Muss ich nicht unbedingt haben, stört aber nur selten.

Danach die einzelnen Decks begrüßen und Schiffs-Feeling genießen. Bereits hier fiel uns etwas sehr bedauerliches auf. Hierzu aber dann später etwas mehr. Koffer auspacken, frisch machen, umziehen und ins Markt-Restaurant, waren die nächsten Aktivitäten. Schon kurz nach 18:00 Uhr standen zahlreiche Gäste vor den Restaurants, wie bei unserem Schiffsrundgang zu bemerken war. Um 18:30 Uhr war der Bereich vor den Restaurants voll wie noch nie gesehen. Wir waren auch recht zeitig dort, da meine Schwiegereltern unbedingt pünktlich zum Essen wollten und wohl Sorge hatten, dass sie keinen Platz mehr bekommen. Dies blieb bis zum Ende der Reise so.

Zu den Restaurants:

Wir hatten nie Probleme einen Tisch für uns vier zu bekommen. Das hatte zwei Gründe: 1. War Schwiegervater immer unter den Top 10 in der Warteposition - und 2. Waren die meisten Gäste (bis auf ein paar Ausnahmen) sehr diszipliniert und dehnten das Essen nicht durch reine Trinkgelage aus. Die Servicekräfte im Markt-Restaurant waren klasse und machten den bedauerlichen Eindruck, den ich bereits erwähnt habe und auf den ich noch zu sprechen komme, mehr als wett. Das Buffet war prima. Qualität und Präsentation der Gerichte war klasse. So klasse, dass ich sehen muss, dass ich vier Kilo wieder von den Hüften bekommen muss. Hätte ich mich doch etwas mehr bewegt und weniger gefuttert. Aber es war doch so lecker. Das Calypso-Restaurant war nicht so unser Ding. Das mag auch daran liegen, dass das Personal etwas verbissen und angestrengt wirkte. Leichtigkeit sieht anders aus.

Andeutungen?

Jetzt ist wohl der Zeitpunkt gekommen, dass ich meine Andeutungen etwas konkretisiere. Man hatte während der ganzen Fahrt sehr häufig den Eindruck, dass man sich in einem großen Kaufhaus bewegt. Kabinenpersonal, technisches Personal, Kellner und viele andere Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter grüßten und lächelten von sich aus selten. Die meisten schauten einen nichtmal richtig an, wie die Verkäufer in einem Kaufhaus halt. Einigen konnte man durch permanentes Angrinsen zu einer Mimik, ähnlich einem Lächeln, bewegen. Aber bin ich der, der die Crew aufmuntern muss? Es soll nicht der Eindruck entstehen, dass alle unfreundlich waren. Natürlich nicht! Die Scouts waren nett und freundlich, das Foto-Team sehr gut, das Personal im Markt-Restaurant einfach nur SUPER, das Bar-Personal teilweise gut und die Animation machte ihren Job und gefiel sich selbst sehr gut. Der Rest wirkte angestrengt, bedrückt und bewegte sich wie eine Horde Service-Zombies über die Decks. Vom ersten bis zum letzten Moment der Reise waberte immer der Begriff "Lieblosigkeit" durch meinen Kopf.

Shows und Animation:

Wer bereits mehrmals auf einem Schiff der AIDA-Flotte war, der weiß, dass sich sehr viel wiederholt. Ein Teil der Shows ist immer gleich (Grand Prix, Musik ist Trumpf) und die Scherze und Gags sind auch immer gleich. Und das seit vielen Jahren. Mal abgesehen davon, dass man sich sicherlich auch mal neue Jokes und Mini-Shows einfallen lassen könnte, kann man sich bei der Präsentation der Scherze und anderer Repetitationen jedoch mehr Mühe geben. Der Club-Manager war wohl mit seinen Gedanken schon im Urlaub und der Club-Direktor lächelte. Mehr möchte ich hierzu nicht schreiben, da man sie ohnehin nicht so oft sah. Irgendetwas stimmte jedenfalls auf dem Schiff auf dieser Fahrt nicht.

Die anderen Shows waren gut, das Show-Ensemble war gut, die Life-Band war nett und die Pool-Geschichten auch in Ordnung. Keine Super-Highlights aber in Ordnung und verkraftbar.

Ein großes Lob möchte ich nochmals dem Personal im Markt-Restaurant aussprechen! Ihr habt unsere Erwartungen übertroffen. Auch die örtlichen Reiseleiter waren prima. Die Scouts waren gut und das Foto-Team immer dabei aber nie nervig. Das Essen, wie bereits erwähnt, erfüllte meine Erwartungen und liegt schwer auf meinen Hüften. Das Schiff befindet sich in einem für sein alter doch ziemlich gutem Zustand. Im Vergleich zu den vohergehenden Fahrten merkt man leider immer häufiger das Sparschwein und den Einfluss der Kreuzfahrtriesen im Nacken. Individualität und das Besondere fehlte. Der Streuselkuchen war mal wieder unschlagbar lecker. Der Altersdurchschnitt war erwartungsgemäß hoch und das Gedrängel am Buffet zuweilen entsprechend unangenehm. Ich habe immer artig Platz gemacht und konnte somit vermeiden, dass mir jemand den Teller aus der Hand rempelt. Trotz Balkonkabine haben wir es uns auf dem Pooldeck gemütlich gemacht und hatten keine Probleme mit Liegenreservierern. Wir sind gegen 11:00 Uhr auf das Pooldeck und haben immer ein Plätzchen gefunden.

Die Ziele kannten wir bis auf Tunis alle schon. Palermo hat sich sehr positiv verändert. Barcelona ist immer eine Reise wert und Malta ohnhin eine der schönsten Städte des Mittelmeers. La Goulette hat mich nicht enttäuscht, da ich ohnehin nicht viel erwartet habe.

Fazit:

Schön war es trotzdem, wenn auch zu teuer. Wäre dies meine erste Fahrt auf einer AIDA gewesen, ich wüsste nicht, ob ich die hier im Forum zu findende Begeisterung teilen könnte und zum Wiederholungstäter werden würde. Ich werte es mal als Ausrutscher und hoffe, dass Dubai im Dezember besser wird.

Wie am Anfang bereits geschrieben, habe ich allzu subjektive Empfindungen nicht beschrieben, da ich nicht unfair werden möchte. Die geschilderten Eindrücke spiegeln die Meinung von insgesamt gut 16 Leuten wieder. Zum Teil treue Seelen mit mehr als 5-10 Fahrten auf dem Buckel und andere, die das erste mal auf dem Schiff sind. Ich wollte nicht meckern und habe mir während der ganzen Fahrt Gedanken über einen Reisebericht dieser Art gemacht. In der Hoffnung, dass dieser Beitrag den einen oder anderen Bediensteten, sofern sie oder er dies hier liest, nachdenklich macht und etwas bewegt, hat mich dann aber dazu bewogen, dass ich keine Liebeserklärung an diese Fahrt und die AIDA verfasse und mich auf dünnes Eis begebe und öffentlich kritische Töne anschlage.

Aber: Ich bin und bleibe AIDA-Fan, auch wenn euer Kredit ein wenig aufgebraucht ist.
Und: Die AIDAcara ist und bleibt die Mama aller Schiffe!

Liebe AIDA,

ein Zitat für dich:

"Ein Tag an dem du nicht lächelst, ist ein verlorener Tag."
Charlie Chaplin

Liebe Grüße

Dein alter Freund Hansjürgen

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