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Voyager of the Seas 30.09 – 07.10.06
| Von | Mkl (männlich) Alter: 47 |
Quelle: Quelle: J. Nickel
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| Schiff | Voyager of the Seas | |
| Bericht vom | 30.09.2006 | |
| Reise vom | 30.09.2006 | |
| Dauer | 7 TAGE | |
| Route | ab Barcelona | |
REISEBERICHT IM DETAIL
Nach mittlerweile 9 AIDA-Reisen wollten wir 3 (41, 39 und 4 Jahre alt) mal was neues sehen! Ausschlaggebend war am Ende der Preis 856 € pro Erwachsener und 150 € Kinderpreis für eine Innenkabine sehr günstig, dazu kam noch der Flug von Frankfurt (mit Lufthansa) nach Barcelona (199 € Erwachsener und 120 € Kinderpreis).
30.09 Barcelona, das Einchecken war überhaupt kein Problem und dauerte maximal 15 Minuten dann standen wir vor der Voyager, ein Wahnsinn dieses Schiff. An Bord die übliche Prozedur die Bordkarte in einen PC und ein Foto machen. Das Kartenlesegerät macht fürchterliche Töne und gibt zusätzlich noch jede Fehlermeldung sprachlich aus, was dazu führt, dass man ein Deck höher noch hören kann dass eine Bordkarte eine "wrong ID" hat.
In erster Linie wollten wir mal ein anderes Schiff sehen, die Route stand erst an zweiter Stelle. Wir waren auch nicht enttäuscht, was so alles geboten wird. Man weiss gar nicht wo mal anfangen soll.
das Pooldeck, Liegen und Platz ohne Ende
die Royal Promenade mit Geschäften und Kneipen
die Kletterwand am Schornstein
das Spielfeld auf dem man immer Fußball, Basketball usw. spielen kann ohne dass erst mal Liegen weggeräumt werden müssen.
Minigolf, Eisbahn, Inlinerbahn usw.......
Eins vorweg, das Schiff ist super und was besseres in bezug auf die Ausstattung haben wir bisher nicht gesehen.
Fangen wir bei der Innenkabine an. Das Kabinenlayout entspricht dem der CARA, ist ok. Der Kabinenservice ist spitze, am Tag und am Abend wird die Kabine aufgeräumt, Handtücher werden jeden Tag getauscht ob man sie nun auf den Boden gelegt hat oder nicht. Kopfkissen wird jeden Tag neu bezogen, selbst das Bett wird Abends noch mal gemacht für den Fall, dass man ein Mittagsschläfchen eingelegt hat und es zerwühlt ist.
Die VOTS war auf dieser Reise ausgebucht, 3278 Passagiere an Bord. Man hatte aber niemals das Gefühl, dass es eng war. Von den 3278 Passagieren waren 60 Deutsche, was deutlich macht, dass sich Royal Caribian noch nicht so richtig auf dem Deutschen Markt etablieren konnte.
Kommen wir nun zum Essen, da wir am Anreisetag doch recht spät aufs Schiff gekommen sind konnten wir unsere schicken Klamotten vor dem Essen nicht mehr auspacken, so sind wir ins Buffetrestaurant auf Deck 11 gegangen. Waren uns zunächst nicht sicher ob das Restaurant überhaupt geöffnet hat, es verloren sich maximal 40 Personen in Windjammer Cafe (etwa 3 mal so groß wie das Markt Restaurant). Man konnte sich aussuchen an welchem Fenster man sitzen wollte. Herrlich. Essen war etwa wie auf den AIDAs, nur das angebotene warme Gemüse war fast komplett roh bzw. steinhart ich frage mich wie man es geschafft hat es warm zu machen ohne dass es ein wenig weicher wird. Zur Erheiterung sorgten während der ganzen Reise die Speisenbezeichung auf dem Buffet.
Mit der deutschen Übersetzung der Gerichte hat RCCL noch einige Probleme. Hier einige Beispiele:
Bratenzwiebel zerdrückte Kartoffeln
Meeresrand mit südländischer Pflanzlicher Vorliebe
Pasta mit klumpiger Pflaumentomatensauce
Schwärzen sie Bohnensuppe
Braten sie Kartoffeln
Saisonbedingtes Pflanzliches Gemisch
Knoblauch brät in Natürlichem Jus Huhn
Junger Pfadfinder Wahnsinn
Teigwaren vom Tag
Herzen der Handfläche
Zu erwähnen sind auch die automatischen Spender vor jedem Restaurant, wo man sich die Hände desinfizieren kann, besser gesagt sollte, denn am Eingang zu den Restaurants steht ein Steward und bedankt sich recht höflich bei jedem der die Hände desinfiziert hat. Wer die Spender ignoriert wird mit einen strafenden Blick begrüsst. Diese Spender sind auch in jedem Hafen vor dem Schiff aufgebaut und bevor man das Schiff betritt muss man am Spender vorbei.
Am Montag haben wir uns dann in Schale geschmissen und sind Abends ins Hauptrestaurant, alle Achtung das sieht aus wie auf der Titanic, macht was her. An unserem Tisch angekommen, der übrigens fest vergeben ist, die Tischnummer steht auch auf der Bordkarte, begrüßt uns eine russische Bedienung. Sie spricht kein Deutsch aber dafür ziemlich schlechtes Englisch. Im Eiltempo gibt sie jedem ihre Empfehlungen zur Speisekarte, nach dem zweiten Satz habe ich den Versuch aufgegeben sie zu verstehen. Habe mich für ein Steak mit Kartoffeln und Gemüse (Brokkoli und Möhren) entschieden, dazu Vor- und Nachspeise. Als das Steak serviert wird nervt einen wieder die Bedienung, mit der Frage "Fresch Pepper Sir", mich wundert nur dass sie so erstaunt ist als ich das ablehne, nach den ersten Bissen wird mir aber klar warum, weder an Steak noch Kartoffeln lässt sich irgend ein Geschmack feststellen. Die Krönung sind allerdings die Möhren die haben einen Durchmesser von etwa 2cm und ich würde schätzen, dass etwa die ersten 2 mm ein wenig weich gekocht waren, der Rest war wie schon im Buffetrestaurant komplett roh. Man hatte Mühe sie mit den ziemlich stumpfen Messern zu schneiden. Meiner Frau gings ähnlich, meine Tochter hatte einen Hamburger mit Pommes von der speziellen Kinderkarte und hat keinen Bissen angerührt, obwohl ich den Hamburger noch am besten fand. So sind wir nach ca. 1,5 Stunden aus dem Restaurant gegangen und waren noch ein wenig hungrig.
Waren am Galaabend noch mal im Hauptrestaurant, (musste ja mal den Anzug auftragen wenn er schon mal im Koffer ist), die russische Kellnerin bedankt sich leicht ironisch dafür, dass wir wieder mal gekommen sind (sie sieht wohl ihr empfohlenes Trinkgeld von 3,50 $ pro Tag/Person in weite Ferne gerückt) hatte diesmal als Vorspeise "Hauchdünn geschnittene Lachsscheiben auf Gurken", die Lachsscheiben waren die gleichen wie jeden morgen beim Frühstück und zusätzlich noch zu einem Klumpen zusammengedreht.............!
Als Hauptspeise gabs Hummerschwanz mit Gemüse, Hummer war ok, aber diesmal hat sich der Brokoli am Kochtopf vorbei gemogelt. Noch nicht mal der erste Stiel nach den Röschen war zu essen, bin wirklich nicht empfindlich oder wählerisch aber das war zuviel, für das Ambiente welches das Hauptrestaurant bietet, ist das Essen hier nicht ok.
Nun zur Kinderbetreuung, auch hier gabs eine Riesen Enttäuschung. Im deutschen Katalog wird mit der besten Kinderbetreuung auf See geworben, nur diplomierte Betreuer und Erzieher, altersgerechte Gruppen ab 3 Jahre, allerdings mussten wir schon am ersten Tag feststellen, dass kein einziger der Betreuer auch nur ein einziges Wort Deutsch versteht. Mir war schon klar dass wir auf einem Amerikanischen Schiff sind und dass man ohne Englischkenntnisse nicht weit kommt, aber das kann man doch nicht bei 4 jährigen Kindern vorraussetzen und schon gar nicht im deutschen Katalog damit werben. Bin dann mit meiner Tochter in den Kinderclub gegangen um mich mal umzuschauen und ein wenig zu spielen wie es ja auf jeder AIDA möglich ist. Bevor man in den Kinderbereich mit den Räumen der verschiedenen Altersgruppen kommt muss man durch eine Spielhölle. In diesem Bereich sind "Kindgerechte Spielautomaten", mind. 30 Stück aufgestellt und zum Teil können diese mit der Bordkarte gefüttert werden, allen Eltern herzlichen Glückwunsch zur Abschlussrechnung. So kann es passieren dass man schon morgens um 10 Uhr, auf dem Weg in den Kinderbereich von einer Maschienengewehrsalve empfangen wird. Im Kinderbereich angekommen habe ich mich ein wenig mit dem anwesenden Betreuer über die Sprachproblematik unterhalten und bin dann mit meiner Tochter in den Spielraum gegangen. Insgesamt waren im Bereich der 4-6 jährigen 2 Betreuer und 2 weitere Kinder. Haben etwa 15 min mit Lego gespielt (nur am Tisch gesessen und nicht rumgetobt) als der eine Betreuer zu mir sagte dass es eigentlich nicht üblich wäre, dass Eltern mit in diesen Raum kommen. Ich sollte mal meine Tochter fragen ob sie nicht alleine bleiben will, wenn nicht könnten wir ja ein anderes mal vorbei kommen. War ziemlich erstaunt so plötzlich die rote Karte zu erhalten, wären wir ja irgendwie im Weg gewesen oder hätten anderen die Spielsachen weggenommen hätte man das ja verstehen können, aber so.........! Habe dann erst gar nicht versucht meine Tochter zum Bleiben zu überreden, da sie ja keiner verstehen kann, hätte ich sie niemals dort alleine gelassen. Also das war ein ziemlicher Minuspunkt.
Nun zu einer weiteren Sache, die ich auf so einem Schiff nicht erwartet hätte,die Sauna!! Gut wusste schon dass die Amerikaner ein wenig prüde sind, aber dass die Sauna so vernachlässigt wird hätte ich nicht gedacht. Zum einen der Aufbau, Damen und Herren haben getrennte Saunen, das ist ja noch kein Minuspunkt, aber dass die Sauna eigentlich nur aus einem Umkleideraum, einem Duschraum und der Sauna an sich besteht, ist doch mehr als enttäuschend. Kein Ruheraum oder ähnliches. Zwischen den Saunagängen kann man sich in die Umkleidekabine setzen, in der die Handtücher kreuz und quer auf dem Boden liegen. Von den 6 Duschen konnte man lediglich 2 auf lauwarmes Wasser runter regeln, bei den anderen waren die Thermostate kaputt bzw. gaben nur heisses Wasser von mind. 40°C ab. Die Sauna an sich ist ein dunkles Loch ohne Fenster in der fast alle mit Badsachen, dafür aber ohne Handtuch unterzulegen auf dem blanken Holz sitzen. Kommen wir nun zu dem Thema Partys. Auf den AIDAs sind die Pool,- oder Sailaway Partys doch für mein Empfinden, richtig schön. Auf der VOTS sucht man solche Veranstaltungen vergeblich. Aufgrund der Größe und der Möglichkeiten an Bord verlieren sich beim Ablegen am ersten Abend in Barcelona vielleicht 150 Menschen auf dem Pooldeck. Der Rest ist bei der ersten Essenssitzung im Hauptrestaurant oder in den vielen anderen Bars verstreut. So wie auf den AIDAs wo wegen der Poolparty die Veranstaltung im Theater entfallen ist es hier nicht. Da so viele weitere Aktivitäten angeboten werden verläuft sich das ganze doch ziemlich. Man muss entweder mit mehreren Leuten unterwegs sein, oder ziemliches Glück haben genau die Veranstaltung zu finden bei der richtig was los ist. Bin fast jeden Abend (zwischen 22:30 und 23:30) noch mal losgezogen wenn meine Frau und meine Tochter im Bett lagen. Um 22:30 sind auf der Royal Promenade jede Menge Leute unterwegs die wohl von der zweiten Essenssitzung kommen. Schlagartig leert sich die Royal Promenade und nach 23 Uhr passiert es dann, dass man plötzlich der einzige Gast in der Sportbar ist. Das einzige, wo man sich drauf verlassen konnte war dass im Casino noch Leute waren. Auch die restlichen Bars waren wie leergefegt. Kann höchstens sein, dass noch was passiert, wenn die zweite Theatervorstellung für die zweite Essensitzung beendet ist! So lange war ich dann doch nicht mehr unterwegs.
Die Vorstellungen im Theater sind erste Sahne, davon sollte man keine verpassen.
So und jetzts kommts, liebe Liegenreservierer aufgepasst!
An Seetagen sind zwei und an anderen Tagen eine Person immer auf dem Pooldeck unterwegs, die haben T-Shirts an auf denen steht "Deck Patrol" und sie sind permanent damit beschäftigt die Liegen wieder gerade zu rücken wenn keiner drauf liegt, auch wenn sie auch nur um wenige Zentimeter verschoben sind. Wenn die Liegen ca. 30 min nicht belegt sind, werden die Handtücher und die Privatsachen eingesammelt (kein Witz!). Ist uns gleich am ersten Tag passiert, sind Mittags zum Essen gegangen und als wir nach etwa 45 min zurückkamen waren alle unere Sachen verschwunden. Bin gleich zu der "Deck Patrol" gegangen, denn ich dachte bis dahin, die rücken nur die Liegen gerade. Falsch, da zeigte er mir dann eine Holzkiste in der er die eingesammelten Sachen reinlegt, die man dort wieder abholen kann. Bravo, da sollte man sich mal ein Beispiel nehmen.
Für technisch Interessierte ist zu erwähnen, dass als wir vor Villefrance auf Reede lagen. Den ganzen Tag ein Azipod lief der, das Schiff wirklich exakt auf Position, parallel zu Küste hielt. In Livorno hatte wir so starken Wind von der Landseite, dass diesmal ein Azipod und ein Bugstrahlruder den ganzen Tag liefen und das Schiff, zusätzlich zu den Halteleinen, an die Pier drücken mussten!
Die Abreise ist sehr gut organisiert. Jeder Koffer erhielt ein bestimmtes Farbband, sodaß man nach dem Auschecken keine Probleme hatte, das Gepäck zu finden. Es wurden Durchsagen gemacht, wann welche "Farbe" von Bord zugehen hatte.
Fazit: Sehr schönes Schiff mit unendlich vielen Möglichkeiten, zu zweit würden wir so eine Reise jederzeit wieder machen, mit Kind aber erst wieder wenn wirklich sicher ist, dass wenigstens ein Kinderbetreuer auch wirklich Deutsch spricht, oder wenn unsere Tochter so alt ist, dass sie sich in jeder Situation Englisch verständigen kann.
Die kleinen Probleme mit dem Essen sind zwar ärgerlich aber bei dem Reisepreis und der Auswahl an verschiedenen Restaurants zu vernachlässigen. Vor allem sollte man nicht einen AIDA-Cluburlaub mit einer solchen Amerikanisch geprägten Kreuzfahrt vergleichen. Es gibt einiges was man sich von AIDA-Cruises bei RCCL abschauen kann aber umgekehrt ist es auch so. Weiterhin ist zu empfehlen, dass sich Royal Caribian doch ein wenig mehr auf "nicht Amerikanische" Gäste ausrichten sollte.
In dieser Saison ist das noch nicht der Fall gewesen, als Beispiel hier noch das Plakat das an mehreren Stellen auf dem Schiff angebracht war, mit Hinweis, wie man Ausflüge buchen kann:
Wie, wo, was ??????
