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Voyage, Voyage - Für uns wieder eine Reise wert
| Von | niwes (männlich) Alter: 38 |
Quelle: Quelle: J. Nickel
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| Schiff | Voyager of the Seas | |
| Bericht vom | 09.09.2006 | |
| Reise vom | 09.09.2006 | |
| Dauer | 7 TAGE | |
| Route | Barcelona-Marseilles-Villafranche-Livorno-Civitaveccia-Neapel-Barcelona | |
REISEBERICHT IM DETAIL

Nach nunmehr 8 Fahrten auf den Aida-Schiffen haben wir uns dazu entschlossen, auch mal was Neues auszuprobieren. Seit längerer Zeit bereits haben wir diverse Kataloge von RCI, NCL, Carnival etc. studiert. Und schlussendlich haben wir zugeschlagen und eine Reise mit der Voyager of the seas gebucht. Ausschlaggebend war nicht zuletzt der günstige Tagespreis.
Angeboten wurde die Route Barcelona-Marseilles-Villafranche-Livorno-Civitaveccia-Neapel-Barcelona zum Preis für eine Innenkabine 784,- Euro Cruise Only.
Den Flug Dortmund-Barcelona haben wir separat über Easyjet gebucht und bevor es auf´s Schiff ging haben wir noch zwei Nächte im 4-Sterne Hotel Icaria in der Nähe des Port Olimpic verbracht.
Die Spannung stieg, als wir dann am vorletzten Samstag am Hotel ins Taxi stiegen um uns auf den Weg zum Schiff zu machten.
Und dann sahen wir sie schon von weitem im Hafen liegen. Auch wenn wir in der Karibik und in Mittelamerika bereits die grossen Schiffe neben der Aida gesehen haben, es war sehr beeindruckend, gerade auch mit der Gewissheit, sie dieses Mal nicht nur von aussen zu sehen sondern eine Woche lang die Vorzüge an Bord geniessen zu können.
In den Reiseunterlagen stand zwar geschieben, dass erst ab 14 Uhr mit der Einschiffung begonnen würde, da wir aber wie immer um 12 Uhr unser Hotelzimmer verlassen mussten, sind wir direkt zum Hafen gefahren. Und zu unserer Freude war das Einchecken schon in vollen Gange.
Da wir auf der Homepage von RCI schon vor Reiseantritt die gesamten Reiseformalitäten ausgefüllen haben, ging der Check-In mit dem somit erhaltenen “Set-Sail-Pass” innerhalb von Minuten. Es gab Check-In Schalter soweit das Auge reichte und nach nicht einmal 5 Minuten waren wir an Bord.
Da die Kabine allerdings erst gegen 13 Uhr fertig sein sollte, haben wir uns die Zeit bis dahin mit einer ersten Schiffsbesichtigung vertrieben.
Einfach Wahnsinn dieses Schiff. Die Royal Promenade mit all den Geschäften und Bars, das riesige Pooldeck über mehrere Ebenen mit den hunderten von Liegen, Pools und Bars, das 3-geschossige Hauptrestaurant (Titanic läßt grüssen), das grösste Casino auf See, der Wellness- und Fitness-Bereich und nicht zuletzt die Minigolfanlage, der Basketballplatz und die Kletterwand am Schornstein in 60 Meter Höhe.... Alles sehr grosszügig angelegt. Wir sind überwältigt.

Danach geht es ab auf die Kabine. Wir haben eine Innenkabine im vorderen Bereich auf Deck 9.
Die Ausstattung ist gut und auf dem Bett liegt bereits das Tagesmagazin (analog Aida-Heute und sogar auf deutsch) und jeweils ein Infoblatt über die Häfen, welche auf der Tour angelaufen werden. Das einzige was fehlt sind die vielen tollen Ablagefächer im Bad und die grosse Dusche mit den Glas-Wänden. Aber ansonsten tip-top! Nachdem wir unsere Wertsachen im Tresor verstaut haben und uns kurz frischgemacht haben, geht es weiter auf Erkundungstour. Da der Magen knurrt, wollen wir mal im Windjammer auf Deck 11 vorbeischauen, dem Buffet-Restaurant, welches tagsüber durchgehend offen hat und wo man auch abends bei Bedarf zwanglos speisen kann.
Auf den ersten Blick sind wir ein wenig enttäuscht, da es hier nur Plastikgeschirr und Plastikbecher gibt. Aber auch dies hat einen Sinn, da viele Gäste ihr Essen auf dem Pooldeck einnehmen.
Trotz der Bedenken, wie das Essen auf einem amerikanischen Schiff so sein kann, sind wir sofort einig, dass es dem Essen auf Aida in nichts nachsteht. Der Küchenchef ist ja schließlich auch ein Deutscher ;-)
Am Nachmittag geniessen wir noch ein wenig die Sonne und Reggae-Musik der Band auf dem Pooldeck und warten darauf, dass die Koffer vor der Kabine eintreffen. Bereits um 17:20 Uhr am ersten Tag vor dem Auslaufen findet die Seenotübung statt. Vom Timing her auf jeden Fall besser als am nächsten Morgen.
Danach sind auch die Koffer da und wir schaffen es gerade noch zu duschen und uns für das Abendessen bereit zu machen. Es schaut noch kurz die Stateroom Attendance rein, um sich vorzustellen (super nett und zuvorkommend). Zur erwähnen ist, dass die Kabinen zweimal am Tag gereinigt werden.
Wir haben uns für die erste Essenszeit um 18:30 Uhr entschieden, da uns 21 Uhr zu spät ist. Der zugeteilte Tisch für 8 Personen hat eine gute Lage, direkt am Fenster mit wunderschönem Blick aufs Meer. Das Abendessen überzeugt uns sofort. Keine Platzsuche und kein nerviges Anstehen am Buffet. Unser Kellner ist total klasse. Stets bemüht und absolut professionell. Und die Qualität des Essens ist ebenfalls klasse. Man kann von der Menü-Karte (ebenfalls in Deutsch) jeweils zwischen etwa 5 - 8 Appetizern, Hauptgerichten und Desserts wählen.
Und notfalls ist unser Kellner auch noch bemüht etwas außer der Reihe zu besorgen.
(So ging es mir am letzten Tag der Reise, dem Seetag von Neapel nach Barcelona zurück, nicht sehr gut. Die Seekrankheit hatte mich mal wieder gepackt. Und so bekam ich als Vorspeise eine leckere Hühnersuppe mit Salzkräckern.)
Die Abendunterhaltung ist hervorragend und für jeden was dabei. Wir schauen uns ein wenig im Casino um (gespielt haben wir auch an zwei Abenden). Danach geht es in Cleopatra´s Needle zum Karaoke. Den Abschluss des Abends bildet eine grandiose Parade auf der Royal Promenade.
Wer noch Lust hat, kann bis in die frühen Morgenstunden in der Disco Gas geben.
Und so ergeht es uns auch in den folgenden 7 Tage. Vom Frühstück bis in die späten Abendstunden gefällt es uns einfach klasse.

Wer will, kann sich an zwei Abenden der Woche eine professionelle Revue auf der Eisbahn ansehen. An den anderen Tagen kann man selber in die Schlittschuhe steigen und ein wenig zu Disco-Musik laufen. Oder aber die Shows des Ensembles geniessen. Wer denkt, dass die Shows auf Aida schon gut sind, der ist hier hin und weg. Alleine schon die Bühne im Theater mit all der Technik, den vielen wechselnden Bühnenbildern und dem Orchestergraben..... Man muss es erlebt haben.
Dann werden mehrmals die Woche Paraden auf der Promenade geboten oder einzelne Sänger/Innen des Showensembles geben dort ihre Lieblinglieder zum Besten.
Na und dann gibt es noch Bingo. Für uns treue Fans des Aida-Aktiv Bingos allerdings recht enttäuschend. Es lief absolut professionell und ohne Herz ab. Erinnerte ein wenig an die Ziehung der Lottozahlen. Somit haben wir auch nur einmal dran teilgenommen, obwohl die Höhe des Jackpots des letzten Abends schon verlockend war.
Hier nun ein paar Infos zu unseren jeweiligen Hafenerkundungen:
Marseille: Liegeplatz ca. 8-10 Kilometer (!) außerhalb im Containerhafen. Bustransfer ohne Voranmeldung für 6 Dollar. Altstadt und der alte Hafen Port Vieux sind sehr schön. Ebenfalls zu empfehlen ist die Kirche Notre-Dame de la Garde, welche als Wahrzeichen hoch über der Stadt trohnt und von wo aus man einen traumhaften Blick auf das Meer hat. Ein halber Tag reicht unserer Meinung in dieser Stadt allerdings völlig aus. Dafür ist das Auslaufen noch ein weiterer Höhepunkt, vorbei an der Festung Chateau d `If (der Graf von Monte Christo lässt grüssen).
Villafranche: Sehr schöner Naturhafen und verträumte kleine Stadt an der Cote d´Azur. Von hier aus ist man für knapp 5 Euro hin und zurück innerhalb von etwa 20 Minuten in Monaco/Monte Carlo. Der Bahnhof ist nur etwa 500 Meter von der Tenderstelle entfernt.
Livorno: Mal wieder unschöner Industriehafen. Daher haben wir einen Transfer über RCI nach Florenz und Pisa gebucht. Reiseleitung auf Englisch.
Civitaveccia: Auf eigene Faust per Zug nach Rom.
Neapel: Über RCI Ausflug nach Pompeji gebucht. Reiseleitung auf Deutsch.
Tja, und so schnell vergeht eine Woche voller neuer Eindrücke.

Rechtzeitig bereits im Laufe der Woche gab es ausführliches Info-Material, wie das Auschecken in Barcelona ablaufen wird. Man kann entweder das Gepäck selber mit von Bord nehmen oder den Gepäckservice in Anspruch nehmen. Hierzu müssen bis 23 Uhr am Vorabend die Koffer vor die Kabine gestellt werden. Man bekommt farbige Kofferanhänger und am letzten Morgen werden dann jeweils die entsprechenden Farben im zeitlichen Abstand aufgerufen wenn das Gepäck für die Gäste im Hafenterminal bereit steht.
Wer wollte, konnte auch noch einen Bustransfer vom Hafen zum Flughafen buchen, was für 25 Dollar pro Person aber absolut überteuert ist. Taxen stehen genügend vor dem Terminal bereit und wir haben etwas über 20 Euro für die Fahrt bezahlt.
Wir würden sofort RCI bedingungslos weiterempfehlen. Allerdings sollte man in Grundzügen der englischen Sprache mächtig sein und mit dem Multi-Kulti-Publikum an Bord und dem American Way of Life keine Probleme haben.
Negativ an Bord sind die im Vergleich zu Aida recht hohen Getränke- und Fotopreise. Ein Foto kostet 19 Dollar. Unser Vorteil war noch der für uns sehr günstige Dollarkurs.
Und aufgrund der Grösse lag das Schiff meistens sehr weit außerhalb. Hierzu kennen wir ja den Vergleich der Liegeplätze gerade in Barcelona und Civitaveccia.
Ein letzter kleiner Kritikpunkt ist, dass am Abreisetag leider die letzten Gäste in Barcelona bereits um 8:30 Uhr von Bord sein mussten.
Abschliessend können wir sagen, ist Royal Caribbean alleine schon durch die Vielzahl der angebotenen Routen eine sehr gute Alternative zu Aida und ganz bestimmt für uns wieder eine Reise wert.
