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Unabhängige Bewertungen und Reiseberichte zum Thema Kreuzfahrten direkt aus 1. Hand.

 

AIDAaura - Tim Mälzer und A whiter shade of pale


Von Morris (männlich)
Alter: 55
Detailbild Schiff AIDAaura
Quelle: Quelle: Renate Kehret
SchiffAIDAaura
Bericht vom30.04.2005
Reise vom30.04.2005
Dauer7 TAGE
RouteHeraklion, Dubrovnik, Venedig, Kefalonia, Piräus

REISEBERICHT IM DETAIL


Ein Reisebericht

Nun, auch diesmal will ich es nicht versäumen, die geneigten Leser zu warnen. Dieser Bericht ist erneut stellenweise subjektiv, emotional oder ironisch. Auch vom Genuss alkoholischer Getränke wird wiederholt die Rede sein. Wem dies alles nach wie vor nicht gefällt, der sollte diesen Reisebericht gar nicht erst lesen.

Just Aida

Ostersonntag surfte ich auf die Aida-Cruises-Webseite und siehe da, plötzlich war wieder JustAida möglich, genau zu der von uns gewünschten Reisezeit. Meine Laune hob sich spürbar. Moni schlug vor, Kontakt zum Reisebüro unseres Vertrauens aufzunehmen, und zwar sofort. Nach etwa einer Stunde regem E-Mail-Verkehr waren wir gebucht, und das an Ostersonntag. Top-Adresse, dieses Reisebüro, oder?

Aber jetzt wurde es ja erst richtig spannend. Welche Route würde es denn werden? VITA oder AURA? VITA1 kennen wir schon, das war unsere erste Reise. Aber die würden wir glatt noch mal machen, schließlich gibt es an jedem Ziel noch viel zu sehen und zu tun. AURA1 wäre aber trotzdem besser, weil wir ja noch nie auf der AURA waren, und neue Ziele sind letztlich noch ein bisschen reizvoller als schon gesehene.

Ab sofort meldete ich mich also zweimal täglich bei My Aida an. Schön, dass Sie da sind, hieß es immer, Sie sind gebucht für AIDAjust. So gingen die Tage ins Land, bis eines schönen Abends die Begrüßung lautete: Sie sind gebucht für AIDAaura. Das war doch genau, was ich lesen wollte. Eine E-Mail unseres freundlichen Reisebüros früh am nächsten Morgen brachte die Bestätigung: AIDAaura, C-Innen, Kabine 4122, Flugzeiten angegeben, perfekt. Abflug ab Düsseldorf um Null-Sechshundert, gut, dass mein Vater ein passionierter Frühaufsteher ist.

Late-Night-Check-In / Flug

Unsere Taschen haben wir schon am Vorabend eingecheckt, und ich kann dies jedem, der nicht zu weit vom Flughafen entfernt wohnt, wirklich nur empfehlen. Die Wartezeit war relativ kurz, es hatten vier Schalter geöffnet. Unser Flug ging schon um 6.00 Uhr morgens, und ohne Late-Night hätten wir bereits um 4.30 am Flughafen sein müssen, so erst um 5.15 Uhr. Eine Dreiviertelstunde, die um diese Uhrzeit Gold wert ist.

Der Flug verlief relativ angenehm, soweit das in den doch recht engen Sitzen (Condor) möglich ist. Moni hatte es etwas besser, sie hatte einen Notausgangplatz. Dafür zog es an ihren sockenlosen Füßen wie Hechtsuppe aus irgendeinem Mauseloch.

Wer beim Anflug auf Heraklion das Schiff sehen möchte sollte wohl links im Flieger sitzen. Von dort hörten wir jedenfalls begeistertes Raunen und Jauchzen. Wir konnten nur die hässliche Inselhauptstadt sehen. (Beim Rückflug sollte man demnach also rechts sitzen, und nicht wie wir, links. Dumm gelaufen!)

Heraklion / Watercity

Die hässlichste Stadt Griechenlands (ich zitiere eine griechische Fremdenführerin) erwartete uns mit sommerlichen 26 Grad bei leicht bewölktem Himmel. Am Kofferband herrschte etwas Unordnung, da jeweils drei Flüge sich ein Band teilen mussten. Ich habe mir sagen lassen, dass das harmlos ist, im Sommer teilten sich manchmal bis zu 6 Flüge ein Band und die Koffer kämen dann dreistöckig an. Wenn ihr Eure Koffer erst mal habt, dann ist alles AIDAlike organisiert. Einfach rausgehen, Koffer abgeben und in den Bus steigen (falls ihr denn zum Wasserpark wollt.) Wir haben uns für diese Möglichkeit entschieden.

Die Busfahrt dauerte etwa 25 Minuten, das Wetter war schön, wir waren in Urlaubsstimmung. Der Wasserpark war offiziell noch gar nicht eröffnet, und so hatte er an diesem Tag nur für AIDA-Gäste auf. Wir fläzten uns auf eine Liege, und verdösten die Zeit bis zum Mittagessen. Middach wurde pünktlich um 12.00 Uhr serviert. Da wir Hunger hatten, gingen wir auch pünktlich los und standen erstmal in einer Schlange. Kurz nach 12 öffnete sich die Tür.

Essen gibt’s in einem Theatersaal. Der sieht ein bisschen plüschig, aber sonst sehr nett aus. Es wird der AIDA-Image-Film gezeigt, dazu die Aida-Mucke, eine schöne Einstimmung. Wir nahmen Platz – den gab es reichlich, und dann stellte sich Moni am Buffet an. Sie stand ziemlich weit vorne in der Schlange, es würde nicht lange dauern bis sie mit ihrem Teller zurückkehren würde, und dann wäre ich dran (Denn: Don’t leave your luggage unattendet).

Aber, um mit Wilhelm Busch zu sprechen: Die Schlange wurde lang und länger, und mir wurde bang und bänger. Inzwischen reichte die Warteschlange vom Buffet bis zur Tür raus, und leider sah Moni das zunächst nicht. Dann hätte sie ja eine doppelte Portion fassen können. Na ja, dann müssen wir uns wohl wieder dem Wein zuwenden, wie seinerzeit auf der Finca.

Während ich wartete, vertrieb ich mir die Zeit damit, die Tischnachbarn beim Essen zu beobachten. Es ging recht gesittet zu. Nur eine Mutter und ihr grenzdebiler Sohn aßen eher so, wie man es von gewissen rosafarbenen borstigen Vierbeinern erwartete.

Wir genossen einen leckeren Salat, etwas Brot, ich holte Dessert – denn da stand noch niemand an, und dann labten wir uns am kühlen Wein. Dieser ist durchaus trinkbar. Also: Wasserparkbuffet – erst anstellen, dann hinsetzen. Oder antizyklisch essen, also erst das Dessert, dann den Salat. Den Nachmittag verdösten wir auf unseren Liegen.

Gegen 15 Uhr legten wir noch eine Runde Buffet und Weißwein ein, und dann ging’s auch schon auf zum Schifferl. Langsam wurde es auch Zeit, denn wir waren ja mit Panhead und Gila an der Anytime verabredet. Vom Bus aus bemerkten wir noch ein etwas skurriles Paar. Eine Dame in Pink, beringt und behängt wie ein Christbaum, der bereits alles zuviel war und den dazugehörigen Herrn, der, gekleidet in Anzug, mit Krawatte und Pullunder beklagte, dass es so heiß sei auf Kreta. Wir tauften sie Miss Piggy und er musste wohl Waldorf oder Stadler sein.

16.00 Uhr war dann Abfahrt, die kurze Fahrt zum Hafen war kaum der Rede wert, und da war sie nun: Lady Aura.

Das Einchecken ging sehr zügig. Pass abgeben, Kreditkarte durchziehen lassen, Bordkarte bekommen, Ameisenscheiße sagen fürs Security-Foto und schon waren wir an Bord.

Der erste Abend

Unsere Taschen standen schon vor unserer sehr hübschen C-Innenkabine Nr. 4122 (Siehe auch Kabinencheck Vita/Aura: nicht empfehlenswert). Ausgepackt haben wir aber nicht. Tasche rein, kurz frisch machen, und auf zur Anytime. Hmmmm…endlich mal wieder, der Blick vom offenen Deck nach achtern hinunter – nun gut, auf Herahäßlichon, aber, es war warm, wir hatten Urlaub und bestellten bunte Getränke. AIDAner-Herz was willst du mehr.

Mit ganz kleiner Verspätung trafen dann auch Panhead mit seiner Petra und Gila mit ihrem Johannes ein. Da wir mit allen Insignien des Aida-Fans geschmückt waren, waren wir leicht zu erkennen, und so schloss sich uns nach wenigen Minuten Thorsten an. Der hatte bisher nur als Leser auf Rolfs Seite verkehrt und sich den ein oder anderen Ausflugstipp ausgedruckt. Da waren wir nun also alle versammelt. Es konnte losgehen.

[Bevor es weitergeht: Ich möchte an dieser Stelle einmal festhalten, wie schön es war Gila, Petra, Peter, Johannes und Thorsten zu treffen. Nette, freundliche, offene, liebe und trinkfeste Menschen, die unsere Zeit auf der Aura sehr bereichert haben. Danke Freunde.]

Na, und es ging los. Was haben wir an diesem ersten Abend eigentlich gemacht? Zunächst haben wir uns an der Anytime eingetrunken. Dann gingen wir glaube ich zum Essen, danach dann an die Aida-Bar. In der Zeit haben wir viel geredet, erzählt, gescherzt, gegessen, Geschichten erzählt und vor allem viel gelacht.

Die Sail-Away-Pool-Party erfüllte alle Wünsche: Es war warm, DJ Ecki war gut drauf, die Musik also entsprechend, die Lasershow war gewohnt ergreifend und wir tanzten über das Volleyballfeld. Der Nacht wurde allerdings nicht sehr lang, da wir alle ja schon lange auf den Beinen waren. Die Woche hatte sehr viel versprechend begonnen. Mal sehen, was noch kommen würde.

Seetag oder A whiter shade of pale

Am Morgen des ersten Seetages wachten wir auf und waren – krank. Ja, ja, besoffen, werdet ihr jetzt sagen, zuviel Caipi und Corona, werdet ihr jetzt sagen, tote Maus im Mund würde Peter Schlemihl jetzt sagen. Aber das war es nicht. Uns war auf eine Art und Weise schlecht, die wir bisher nicht kannten und die uns völlig neu war. Seekrank. Liegen war möglich, sitzen nur zeitweise und stehen ging gar nicht. Trotzdem schafften wir es irgendwie, zu dsuchen, ohne zu ertrinken. Moni gelang es, unter Aufbietung der letzten Kräfte, zur Rezi zu robben und ein paar Pillen zu holen. Danach ging es etwas besser. (Falls einer von euch allerdings wissen möchte, wie eine Vakuumtoilette aus nächste Nähe aussieht, Moni kann euch berichten, sie hat die Schüssel ausgiebig und von nahem betrachtet.)

Aber es sollte noch besser werden: Seenotrettungsübung. Bedrohlich und immer schneller bewegten sich die Zeiger meiner Uhr auf 10.20 Uhr zu. Dann war es soweit. Das durchdringende Piepsen – sieben kurze und ein langer Ton, das einzige Signal…na ihr schon – schrillten durch die Kabine. Wir schleppten uns zur Musterstation. Draußen wurde es etwas besser, frische Luft tat gut. Das Aufrufen und Abhaken der Kabinennummern ging noch recht zügig, aber die Sicherheitsdurchsage vom Band nahm einfach kein Ende. Mir wurden die Knie weich und weicher. Endlich. Fertig. Übung für beendet erklärt. Schnell zurück auf die Kabine und dunkel legen.

Im Treppenhaus dann der übliche Stau. Mein Hirn war wie Mus, mein Gleichgewichtsorgan schien Billard zu spielen, oder Flipper. Boah ey, war mir schlecht. Ich lernte die drei Stadien der Seekrankheit kennen: Erst glaubt man, dass man sterben muss. Dann hofft man, dass man sterben wird. Und dann befürchtet man, dass man nicht sterben wird.

Jetzt endlich weiß ich, was Procul Harum mit der Textzeile

That her face at first just ghostly
Turned a whiter shade of pale

meinten. Bisher dachte ich ja, blasser als blass geht nicht. Irrtum.

Gegen Mittag schleppten wir uns raus aufs Deck um den Rest der Truppe zu treffen. Beim Gang durchs Schiff sahen wir Kotztüten an der Reling, dem Geländer im Treppenhaus, den Aufzügen, kurz überall. Und die Bordärztin war mit ihrem Notfallkoffer unterwegs. Das halbe Schiff war krank. Außer Moni und mir hatte es noch Petra, Gila und Johannes erwischt. Auch die große Seefahrernation Österreich blieb also nicht verschont, sie waren sogar von der Seenotrettungsübung befreit.

Die Aufnahme von Nahrung half ebenfalls. Am Nachmittag passte dann der erste Cocktail rein, und gegen Abend war’s dann überstanden. Nach dem Abendessen war für heute Aida-Bar angesagt. Wir trafen Ronny wieder, den Schweizer Barmann von der Cara im Januar, und Peter und Petra freuten sich über eine Begegnung mit dem Aida Urgestein Pearlito.

Wir wussten, das ein VOX-Wolkenlos-Team an Bord ist, und das auch Tim Mälzer (Tim wer? Hatte ich gefragt….) dabei sein würde. Abends in der Aida-Bar hatten die Mädels den Tim auch schnell ausgespäht, und es stand fest: Ein Foto musste her. Also habe ich Tim Mälzer in bester Clubschiffmanier angesprochen. Und weil Tim auch ein netter Mensch ist, hat er zugestimmt und wir bekamen ein nettes Barfoto der Fans mit Tim Mälzer.

Dubrovnik

Die Nacht verlief ruhig, das Meer war glatt wie ein Ententeich, und so erwachten wir frisch und ausgeruht um unseren ersten Landgang anzutreten. Moni wollte mit Petra und Peter Dubrovnik zu Fuß erkunden, ich selber wollte mit den Bikern raus. Das Wetter war klasse, sonnig, blauer Himmel, morgens um 8.30 Uhr schon 22 Grad, ein Traum, vor allem für uns, die wir aus dem nicht enden wollenden Winter kamen (während ich dies schreibe ist natürlich auch wieder bestes rheinländisches Regen-Schmuddelwetter).

Die Bike-Tour war ausgebucht, es gab drei Gruppen, eine aktive und zwei softe Touren. Unsere Tour führte zunächst durch die Stadt, dann hinaus ins Umland. Die Steigungen halten sich in Grenzen, sind selten steil, und wenn dann nur kurz. Wir fuhren durch eine typische mediterrane Gegend, alles blühte und duftete. Es gab viel Landschaft zu sehen, die sich aber gelohnt hat. Vor allem der Ausblick von der St. Blasius-Kapelle ist toll. Natürlich besichtigten wir auch die wunderschöne Altstadt von Dubrovnik. Ich war schon einmal dort, vor etwa 30 Jahren, und glücklicherweise hat sich nichts verändert. Auch vom Krieg blieb die Altstadt weitestgehend verschont, und so kann man sich die mittelalterliche Stadt in aller Ruhe auch heute noch ansehen.

Während ich mit der Biker-Truppe in der Stadt eintraf, versuchten Petra, Moni und Peter mit bereits benutzten, aber nicht abgerissenen Eintrittskarten, die Stadtmauer zu besichtigen. Die drei erklärten mir aber später, dass ich euch das nicht empfehlen soll. Denn erstens fällt man bei einer Kontrolle sofort auf, weil man keine Tickets im Voraus kaufen kann, und zweitens sei es sehr peinlich, als Betrüger entlarvt an der Warteschlange vorbei zurück zu müssen.

Uneingeschränkt empfehlen kann ich aber die Kneipe am Hafen, direkt links wenn ihr durch das Tor kommt. Trotz der exponierten und exklusiven Lagen sind die Preise sehr günstig, und die Bedienung ist ausgesprochen freundlich. Außerdem waren Moni, Petra, Peter und Tim Mälzer der Meinung, das Essen sei hier gut. (Bike-Guide Carsten und ich können lediglich über die Qualität des Bieres berichten). Vox hat nämlich hier gedreht wie Mary Amiri und Tim Mälzer die kroatische Küche genießen, und wir konnten aus nächster Nähe zusehen, wie so etwas von statten geht.

Leider mussten wir schon gegen 12.30 wieder aufbrechen, denn um 13.30 Uhr war schon „alle Mann an Bord“. Schade. Hier hätten wir uns gerne länger aufgehalten.

Den Nachmittag verbrachten wir in der Anytime, backbord, da wo es zum Calypso runtergeht. Denn von hier hatten wir einen guten Ausblick auf das Vox-Team. Tim kochte für Wolkenlos auf dem Deck der Anytime. Wir hatten Gelegenheit, den Dreh genauestens zu verfolgen. Vor allem die vielen Leute haben uns etwas überrascht. Jede Menge Typen, die wichtige Gesichter aufsetzten. Wir haben uns ständig gefragt, was die denn da zu tun hatten, außer mit den Händen in der Tasche herumzustehen.

Nach dem Dreh bekamen wir natürlich Autogramme, schöne Fotos, und Mary Amiri – mit der ich mich ebenfalls in bester Clubschiffmanier bekannt gemacht hatte – konnte etwas lernen. Nun war sie schon so weit gereist, und wusste nicht, was Wodka Ahoi ist. Nun, sie wird es nie mehr vergessen, dank der selbstlosen Initiative der Aida-Fans. Ich muss sagen, Mary und Tim waren wirklich nett, freundlich, sehr entspannt und fröhlich. Das Mary natürlich deutlich besser aussieht als Tim, brauche ich eigentlich nicht zu erwähnen.

Grüßen möchte ich an dieser Stelle noch Melanie Meycke von Aida-Cruises. Ich denke noch oft an unsere Diskussion über Corporate Design. Ich hoffe, Ihr lasst es langsam angehen, es könnte sonst mehr Schaden als Nutzen entstehen.

Thorsten verbrachte den Abend mit Volleyball. Er hatte vergeblich versucht, mich zum Mitspielen zu überreden. Nach einigen Witzchen über gebrochene Finger und verstauchte Hände trollte er sich von dannen. Warum ich das erwähne? Ihr werdet sehen.

Am Abend erschienen – frisch geduscht und duftend – Gila und Johannes als letzte zum Essen. Wir lernten an diesem Abend etwas über Sekt und Sex auf einer Balkonkabine. Ich will hier nicht zu sehr ins Detail gehen, aber man fand den Balkon wohl äußerst anregend. Inwieweit die Nachbarn das ebenfalls fanden, ist nicht überliefert.

Den Abend ließen wir an der Bar ausklingen. Die Mädels zogen sich relativ früh zurück, aber Peter und ich blieben noch. Denn es waren noch etliche Tütchen Brause übrig. So beglückten wir dann die Aida-Bar mit immer neuen Ahoi-Rufen und uns mit dem ein oder anderen Wodka-Brause. Wir waren gerade in ein Gespräch über die Philosophie der Seereise an sich vertieft – oder war’s Teilchenphysik oder Biersorten, ich erinnere mich nicht genau, es kann auch um die allgemeine politische Lage in Nepal gegangen sein – da legte jemand einen eingegipsten Arm vor uns auf die Theke. Unsere Blicke folgten dem Arm aufwärts, und an seinem Ende fanden wir – Thorsten.

Er hatte sich beim Volleyball verletzt, Bruch des Mittelhandknochens. Der Arm war eingegipst und die Bordärztin hatte dringend empfohlen, den Bruch operieren zu lassen. Thorsten hatte schon einen Flug gebucht. Für ihn würde der Urlaub also in Venedig vorzeitig zu Ende gehen. Schöne Scheiße. Und falls ihr wissen wollt, ob sich eine Auslands-Reise-Krankenversicherung lohnt oder nicht, dann fragt Thorsten, er kann dazu Auskunft geben.

Venedig

In Venedig war es ferkeskalt. Der Himmel grau, voller tief hängender Wolken, es war sehr windig und der Wind trieb den Regen über die Lagune. Die Einfahrt nach Venedig war trotzdem sehr ergreifend, ein Erlebnis das den Einfahrten nach Barca, Lissabon oder Valletta in nichts nachsteht. Weil der Regen immer schlimmer wurde, saßen wir lang beim Frühstück. Außerdem musste ja die Abreise der meisten organisiert werden. Nachdem alles geklärt war, brachen wir auf. Der Regen hatte nachgelassen, und wir waren optimistisch. Zunächst holten wir Thorstens Koffer aus der großen Halle am Kai. Die Auswahl an Koffern war groß, es standen dort auch welche von der Amsterdam, die neben uns lag, und auch Passagiere der R Six hatten Gepäck deponiert. Niemand interessierte sich dafür, wer welchen Koffer mitnahm.

Mit dem Transferbus fuhren wir zum Piazzale Roma. Wenn man aus dem Bus aussteigt, und sich nach links wendet, sieht man ein Parkhaus. Unten im Parkhaus findet man eine Gepäckaufwahrung. Dort könnt ihr zwischen 6 Uhr morgens und 21 Uhr abends eure Koffer abgeben. Die Aufbewahrung kostet 3 Euro je Stück. Ganz in der Nähe ist dann auch die Vaporetto-Station „Piazzale Roma“. Hier gibt’s die Tickets für einfache Fahrten für 5 Euro, oder das Tagesticket – mit dem kann man so oft fahren, wie man will – für 10,50 Euro.

Gila und Johannes waren derweil zum Bahnhof unterwegs, um ihr Gepäck dort zu deponieren. Da vom Piazzale Roma der Expressbus zum Flughafen fährt, entschieden sich Peter und Thorsten für die Gepäckaufbewahrung dort.

Mit dem Vaporetto der Linie 1 fuhren wir dann zum San Marco. Der Kahn hält an jeder Milchkanne, aber genau das ist der Reiz. Als Venedig-Erstbesucher bekamen wir so einen schnellen Überblick über alles links und rechts vom Canal Grande. Unser erstes Ziel sollte „Harry’s Bar“ sein, von der aber niemand wusste, wo sie denn ist. Selbst unsere venedig-erfahrenen Mitreisenden kannten die Bar nur dem Namen nach. Wir stiegen also an San Marco aus dem Vaporetto und - standen direkt vor Harry’s Bar. Na da schau her, so schnell geht das.

Wir drängten uns hinein, und standen in einer anderen Welt und einer anderen Zeit. Weißbefrackte Kellner warfen uns skeptische Blicke zu, bedienten uns aber trotzdem mit steifer Höflichkeit. Man fühlt sich ein wenig zurück versetzt ins Jahr 1931, als Giuseppe Cipriani hier den Bellini – Mousse vom weißen Pfirsich, Prosecco, Apricot Brandy – und das Carpaccio – dünn geschnittenes rohes Rindfleisch – erfand. Beide Rezepte erlangten Weltruhm, wer kennt sie nicht. (Giovanni Bellini und Vittore Carpaccio waren übrigens venezianische Maler). Die Bar gehört heute dem 74jährigen Arrigo Cipriani, Sohn des Gründers. Ob das ganze die 14 Euro für den Bellini wert war, mag jeder selber entscheiden, wir finden, so etwas braucht man ab und zu.

Nun galt es das erste Mal, Abschied zu nehmen. Wir verabschiedeten Gila und Johannes. War nett mit euch, jederzeit wieder, schöne Grüße nach Kloster Neuburg (während ich dies schreibe, sind die beiden auf dem Weg zur Vita, Barca-Route).

Thorsten wollte nun auf den Campanile, Peter etwas Essen, und mir war’s wurscht. Also nahmen Petra und Peter uns ins Schlepptau, und zeigten uns Venedig. Es ging bald hierhin und dorthin, durch Gassen und um Ecken und Winkel, über Campos und Piazzas und irgendwie kamen wir zur Rialto-Brücke. Dort gibt es übrigens, auf der San Marco Seite, eine öffentliche Toilette. Folgt einfach den Hinweisschildern. Diese Toilette kann man nur gegen Bezahlung benutzen. Bezahlt wird vorher, es gibt ein Drehkreuz, und das Geschäft kostet 50 Cent. Sehr empfehlenswert. Selbst die Damen waren zufrieden. An der Rialto-Brücke trafen wir auch Thorsten wieder. Nun galt es, das zweite Mal Abschied zu nehmen, denn Thorsten wollte in eine andere Richtung.

Wir überquerten die Rialto-Brücke, und ich glaube es war schon wieder Peter, der nach Nahrungs- und Getränkeaufnahme rief. Nach einigem Suchen entdeckte Moni etwas hinter dem Markt, einen kleinen Laden namens „Ostaria Ai Storti“. Es gibt dort keine Tische, nur ein Brett an der Wand lang und lehnenlose Hocker. Das Angebot ist überschaubar, es gibt, was in der Theke liegt. Das aber ist alles frisch zubereitet und lecker. Der rote Hauswein ist ein ehrlicher, dunkler Tafelwein, und bei nur einem Euro das Glas konnten wir ein paar mehr nehmen. Hier feierten wir den dritten Abschied des Tages von Petra und Peter. Gerne hätten wir noch ein paar Tage gemeinsam verbracht, aber Kurzreisen gehen eben eher zu Ende. Vielen Dank für den Einblick in euer Venedig. Mit dem Vaporetto und dem Shuttlebus fuhren wir zurück zu Schiff und Hafen.

Den Abend ließen wir ruhig angehen. Mit einer Flasche Rotwein (hier grüße ich nun die edlen Spender der guten Flasche – Frau V.L. aus S. in Ö. und Herrn R.A.E.H, z.Zt. auf C. und sage nochmals vielen Dank, wir haben an euch gedacht) zogen wir uns in die Nightfly Bar zurück und genossen den Wein und das Auslaufen aus Venedig. Wir waren schon ein wenig traurig, dass der Rest der Bande abgestiegen war. Na, ja, im Wein fanden wir nicht nur Veritas sondern auch Trost. Übrigens: Beim Einlaufen sollte man steuerbord, beim Auslaufen backbord sein, für den jeweils besten Blick auf Venedig.

Seetag

Den 2. Seetag nutzten wir zum Ausschlafen. Schon bald nach dem Frühstück sprachen wir kräftig dem Poolbrunch zu, denn heute war Cocktailworkshop angesagt. Um es kurz zu machen: Er war mal wieder gut. Und auch wieder völlig anders als die anderen vorher. Bei Maurice und Nessi auf der Vita haben wir am meisten getrunken, bei Kai und Philip auf der Cara am meisten gelacht (lustig war’s immer, aber die beiden waren halt genial), und bei David und Mario jetzt auf der Aura haben wir am meisten gelernt (und die meisten Rezepte ausprobiert.) Es kamen mal wieder unangemeldete Gäste, die leider gehen mussten. Also Leute: Frühzeitig anmelden. Es lohnt sich wirklich, für schlappe 16 Euronen.

Nach dem Cocktailworkshop waren wir schön illumiert, deshalb ließen wir den Abend erneut ruhig auslaufen. Im übrigen hatte das Wetter sich wieder verschlechtert, und der Cocktails des Abends auf der Poolparty sollte der Glühwein sein. Davon hatten wir aber noch vom Januar genug, also haben wir es gelassen.

Kefalonia

Endlich wieder Sonne, endlich wieder aufs Bike. Es gab leider nur eine Schnuppertour, denn die Guides waren auch das erste mal dort, und so mussten sie erst die zukünftigen Routen erkunden. Ich glaube aber, dass das auf Kefalonia superschöne Touren werden. Was wir von der Insel gesehen haben, das war wunderbar. Tolle mediterrane Landschaft, sanfte Hügel und die Insel ist touristisch noch nicht so überlaufen. Heute hatten wir einen Badestopp, das Mittelmeer hatte so um die 20 Grad, und so konnte ich meinen Waschbärbauch endlich mal wieder in die Fluten tauchen. Leider, leider hatten wir auch auf Kefalonia wenig Zeit, denn auch hier war schon um 13.30 Uhr „alle Mann an Bord“. Es wurde übrigens getendert, einen Hafen gab es nämlich nicht – jedenfalls keinen, der den Namen wirklich verdient.

Den Nachmittag verbrachten wir mit Bier und der Animation, gewannen nichts beim Poolbingo, aber dafür gab’s bei Aida-TV etwas abzustauben. Stargäste waren heute Mary Amiri und Tim Mälzer. Ich gewann eine von Tims Brat-Grill-Kochzangen (ich habe immer noch nicht raus, was das nun wirklich ist) und eine Vox-Wolkenlos-Sonnenbrille. Als ich die Gewinne im Studio abholte, nutze ich die Gelegenheit, an Tim einen Aida-Fan-Pin ehrenhalber zu verleihen. Mary hatte ihren schon nach dem Wodka-Ahoi an der Anytime bekommen. Für den Abend war Studio54 Party angesagt, also haben wir uns gleich mit Mary zu weiterem Wodka-Ahoi verabredet.

Die Studio54-Party war der Hammer. Alle, aber wirklich alle waren gut drauf. Das Vox-Team hat gefilmt, aber auch selber mitgefeiert. Die Crew war natürlich auch vertreten, und die haben richtig die Kuh fliegen lassen. Allen voran die Mädels des Showensembles, wow, sag ich da nur, da konnte einem echt warm werden (OK, die Jungs waren auch nicht schlecht, aber sooo warm sollte es dann doch nicht werden). DJ Ecki war in bester Party-Laune, und auch die Gäste rockten richtig ab. Es hat einfach irre Spaß gemacht, die beste Party seit langem. Licht aus war wohl erst so gegen halb sechs in der Früh, genau konnte das aber niemand mehr sagen.

Piräus

In Piräus bin ich mal wieder mit den Bikern raus, ebenfalls zu einer Schnuppertour. Carsten ist mit unserer Gruppe losgezogen (man sah ihm noch an, dass er bis zum Morgengrauen auf der Studio54 Party war), und Gebi und Wolferl haben sich auf Erkundung begeben. Ich hoffe, Sie haben etwas gefunden. Die Piräus-Schnupper-Bike-Tour war nämlich für mich die bisher schlechteste Tour überhaupt – es war meine 16. insgesamt, ich habe also Vergleiche. Die Stadt ist laut, dreckig, uninteressant und hässlich, die Autofahrer sind schlimmer als in Palermo, und es ist einfach zu voll dort. Moni blieb an Bord, eine weise Entscheidung.

Im Hafenterminal von Piräus gibt es ein kleines Geschäft, vom Schiff aus zu sehen. Hier könnt ihr Kaffee, Zeitungen, Kaltgetränke und so’n Zeug kaufen – und CARIB. Ja wohl richtig gelesen, es gibt Carib hier (Danke, Peter, für den Tipp). Aber Achtung, die wollen dafür tatsächlich 4,50 Euro haben! Ich brauchte aber dringend eine Aufmunterung nach dieser Stadt, also kaufte ich 2 Flaschen. Zu einem Stück Pizza vom Snack-Corner kamen die 2 Carib dann auch sehr gut.

Am Abend gab’s es noch einen Cocktailgutschein von Aida-TV. Den hab ich mir abgeholt, und bin gleich da geblieben und habe mit Bertin gemeinsam noch 25 Minuten Aida-TV gemacht. Das war nett und hat Spaß gemacht. Steffen wechselte öfter mal die Kamera, und ich kam nicht richtig nach, wo ich denn nun hinschauen musste, war aber egal. Viele Grüße an Bertin von dieser Stelle. Beim nächsten Mal setzen wir das dann fort.

Am Abend gab’s dann noch mal Lasershow und Poolparty, leider war das Wetter nicht wirklich freundlich, so dass wir schnell fertig waren mit dem Abend. Zur Lasershow wurde – das kannten wir bisher nicht – am Ende „Freude schöner Götterfunken“ gespielt. Eine schöne Abwechslung. Die Poolparty wurde mit einem Wiener Walzer eröffnet, und vor allem die älteren Gäste füllten die Tanzfläche. Auch dies – von Silvester abgesehen – ein Novum für uns. Ob das nun gut oder schlecht ist, mag jeder selber entscheiden.

Abreise

Flüge bis 13.00 Uhr wurden direkt am Flughafen eingecheckt, Flüge ab 15.00 Uhr am Hafen eingecheckt. Dazwischen gab es wohl keine. Wir konnten am Hafen einchecken, das war natürlich sehr praktisch. Den Tag vergammelten wir auf dem Schiff. Die Sonne zeigte sich, wir nahmen noch einen Abschieds-BBC an der Aida-Bar, und dann ging’s per Transferbus zum Flughafen.

Soweit die Dinge von Aida-Cruises organisiert waren, funktionierte alles einwandfrei. Sobald die Griechen etwas organisieren sollten – Chaos. (Wie haben die eigentlich die Olympischen Spiele hinbekommen?) Der Flughafen von Heraklion ist jedenfalls die konsequente Fortsetzung der Stadt – laut, unorganisiert und dreckig. Wir waren froh, als es endlich losging. Gegen 22.15 waren wir dann in Düsseldorf. Wir hatten – mangels verfügbarer Verwandtschaft – eine Reservierung bei NRW-Shuttle gemacht. Dieser Transfer hat mal wieder reibungslos funktioniert und erhält das Prädikat „empfehlenswert“, Düsseldorf – Leverkusen kostet übrigens 46 Euro.

Fazit

Dies war mal wieder eine gelungene Reise. Die Crew war wie immer freundlich (wir konnten eine Ausnahme ausmachen, die Dame steigt aber bald ab und kehrt auch nicht zurück), das Essen ausgezeichnet, DJ Ecki war gut drauf, und alles war so wie es sein soll. Die Ziele Dubrovnik und Kefalonia haben uns positiv überrascht. Einmal mehr haben wir nette Menschen getroffen, mit denen wir gerne mehr Zeit verbracht hätten. Und deshalb freuen wir uns schon, wenn es wieder heißt: Alle Mann an Bord!

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