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Mein Schiff ist gekommen


Von RNuyken (männlich)
Alter: 56
Detailbild Schiff Mein Schiff
Quelle: Quelle: Rainer Nuyken
SchiffMein Schiff
Bericht vom17.05.2009
Reise vom17.05.2009
Dauer1 TAGE
RouteBesichtigung

REISEBERICHT IM DETAIL


Mit großer Spannung wurde die Vorstellung des ersten Kreuzfahrtschiffes unter TUI-Regie für den deutschen Markt erwartet. Das Marketing von TUI Cruises läuft seit Monaten auf Hochtouren, musste doch eine Idee kommuniziert werden – ohne Fotos, ohne Details, dazu ein Schiff, das schon 13 Jahre „auf dem Buckel hat“ und genauso alt ist, wie das erste AIDA Clubschiff oder die Costa Victoria. Wer das in Papenburg gebaute Schiff, das zuvor für die amerikanische Celebrity Cruises als MS Galaxy unterwegs war, kannte weiß, dass eine Renovierung fällig war. Schon bevor die ersten Reisegäste an Bord gehen hat Treffpunkt Schiff das Ergebnis unter die Lupe genommen.

Für den Umbau stand ein Budget von 50 Mio. Euro zur Verfügung. Zum Vergleich: ein Neubau dieser Größe kostet heute ca. 300 Mio. EUR. Das klingt also nach einem hohen Budget. Es war aber auch zu hören, dass mehr als die Hälfte dieses Budgets für Außenarbeiten anfallen: Anstrich, neue Balkone und Veranden auf drei Decks und zum Ausgleich des höheren Gewichts eine tonnenschwere Heckkonstruktion, der sogenannte Duck-Tail (Entenschwanz).

Gut 20 Mio. EUR blieben für Umbau und Renovierungen der Kabinen und Innenräume. Was lässt sich damit anstellen? Sicher keine Entkernung des Rumpfes mit komplett neuem Innenausbau. Skeptiker wollten deshalb abwarten, ob außer ein paar spektakulären Neuerungen mehr als nur kosmetische Veränderungen vorgenommen werden. Manche erinnern sich noch an das Jahr 2002, als Seetours mit der A’ROSA blu ein ähnliches Projekt auflegte, an dem übrigens TUI Cruises Chef Richard Vogel maßgeblich beteiligt war. Die A’ROSA blu fand ihre Zielgruppe, die Kabinen blieben aber in der Kritik, weil beim Umbau die Möbel und vor allem die Bäder vergessen wurden.

Menü-Restaurant Atlantic Himmel-und-Meer-Lounge Um es gleich zu sagen: die „Mein Schiff“ enttäuscht nicht! Chappeau vor den Planern, die in nur 38 Tagen ein beinah neues Schiff gezaubert haben. Der erste Eindruck beim Anblick des Rumpfes zeigt unmissverständlich, dass der Passagier kein neues Schiff betritt. Vieles wirkt funktionell und weniger schnittig, als es Schiffsarchitekten heute bauen würden. Aber schon die langen Reihen der verglasten Balkone lassen erahnen, dass hinter der Fassade eine Überraschung wartet.

Man hat nie eine zweite Chance für einen ersten Eindruck. Der Skeptiker fühlt sich beim Betreten des Schiffes an dieses Sprichwort erinnert, denn der erste Eindruck ist perfekt: Holzplanken auf dem Promenaden- Deck (wo gibt es das noch?), helle Hölzer rahmen die polierten Fahrstuhltüren, harmonische Teppichfarben – nicht zu bunt, aber auch nicht langweilig. Alle Beschriftungen einzig in deutscher Sprache, kein Hinweis, dass dieses Schiff noch vor wenigen Wochen für amerikanisch Touristen unterwegs war.

Der erste Weg führt in die Kabine. Auch in den Korridoren dieselben Teppiche, zur leichteren Orientierung an den Türen das Symbol des Decks: Perle, Koralle, Muschel und Seestern. Der gute erste Eindruck setzt sich beim Betreten der Kabine fort: viel Holz, freundlich-helle Farben, Flach-Fernseher an der Wand, Espresso-Maschine (täglich 2 Espresso gratis, jeder weitere 1,- EUR). Moderate Preise auch für die Minibar: Cola 2,10 EUR, Bier 2,70 EUR, Wein 3,90 EUR und 0,5l Mineralwasser kosten 2,10 EUR. Zusätzlich gibt es Gratis- Wasserspender auf allen Kabinendecks neben den Fahrstühlen.

Auch in den Bädern muss man schon genau hinsehen, um die alte Galaxy wiederzuerkennen. Klar, heute würde man die Nasszellen moderner einrichten – aber auch hier wurden neue Akzente gesetzt: neuer Waschtisch und Armatur, statt Duschvorhang eine leuchtend orange Glastrennwand, deutschsprachige Beschriftungen, auch in den Ecken und Ritzen kein Schimmel oder aufgeplatzte Fugen. Einziges Manko: es fehlt eine Seifenschale, ein Kosmetikspiegel und die Ablageflächen könnten großzügiger sein. Aber das war’s auch schon mit den Mankos, und die werden ganz sicher noch abgestellt.

Durchatmen, die Kabine ist in Ordnung, jetzt kann der Urlaub beginnen. Wir beginnen unsere Schiffsbesichtigung auf dem Sonnendeck. Auch hier setzt sich der erste Eindruck fort: nicht neu, aber harmonisches und unaufdringliches Design. Zwei große Pools, mehrere Whirlpools, Poolbar und Grill, Sitz- und Liegemöglichkeiten in vielen Varianten, von der Sofa-Ecke und dem Bistro-Tisch bis zur Liege- Oase für zwei. Die groß angekündigte Innovation der Kuschel- und Entspannungs-Inseln kommt dann eher unspektakulär daher: Halbkugeln sollen die 2er-Liegen mit freiem Meerblick vor fremden Blicken schützen. Dumm aber, dass gerade hier die Abluftgebläse der Klimaanlage brummen.

Ein Highlight ist der völlig neue Wellness-Bereich mit der größten Sauna auf dem Meer mit Platz für mehr als 50 Mitreisende. Dazu Hamam, Dampfbäder und Erlebnis-Duschen. Die beiden Junior-Suite mit Veranda Ruhebereiche, eine Freiluftterrasse und ein Indoor-Ruheraum mit Panoramablick, haben nur wenige Liegen, ein Tummelplatz für „Handtuchleger“. Das Pooldeck ist aber gleich nebenan, das FKK-Deck zwei Decks höher. Ein breites Angebot von Massagen, Bädern und Beauty-Anwendungen steht bereit, dazu zwei Spa-Suiten für zwei Personen mit Privat-Sauna, natürlich gegen Bezahlung. Ebenfalls mit Meerblick das mit modernsten Geräten ausgestattete Fitness-Studio.

TUI Cruises positioniert die „Mein Schiff“ zwar als Produkt für die Baby-Boomer-Generation, deren Kindern selbst schon erwachsen sind. Trotzdem aber ist es ein Schiff für alle. Familien erwartet ein altersgerechtes Angebot für Kinder und Jugendliche, z.B. ein großer Kids-Bereich mit Plantsch-Pool am Heck oder die Wii-Corner für modernen Computer-Spiel- und Sport-Spaß mit Fatboy- Lümmelkissen. Dazu gibt es Familien-Kabinen mit fünf Betten; das gibt es sonst nur noch auf der (viel älteren) MSC Melody.

Entertainment statt Animation lautet die Devise von TUI Cruises für die Bordunterhaltung. Tagsüber dezente Live-Musik am Pool, abends spektakuläre Shows im Theater (einem der wenigen Bereich, an denen nichts verändert wurde), dazu musikalische Unterhaltung für jeden Geschmack in einer der vielen Bars und Lounges: Piano, Band oder Lounge-Musik zum Entspannen.

Spezielle Angebote für Senioren gibt es zwar nicht, aber wie sollen solche Angebote auch aussehen? Nicht nur ältere Reisegäste werden die Nasch-Bar lieben, hier gibt es Kaffee und Kuchen; oder die Vinothek, die Bibliothek, das Kartenspielzimmer und das moderne Edutainment-Angebot mit Computerkursen u.v.m..

Das kulinarische Angebot ist auf Kreuzfahrten sicher ein zentrales Thema. Abwechslung und Individualität waren die Maßgaben für die Planung des Angebotes. Und das Ergebnis ist ausgesprochen beeindruckend und einzigartig. Von der Galaxy wurde das zweistöckige Hauptrestaurant fast unverändert übernommen. Es heißt jetzt „Atlantik“, bekam neue Teppiche, Stühle, moderne Skulpturen und Plastiken – eine Neugestaltung wäre sicher teurer, aber kaum viel schöner ausgefallen. Die Alternativen zum 4-Gang-Menü im Atlantik sind das Büfett im Restaurant „Anckelmannsplatz“ (in diesen beiden Restaurants sind die Tischgetränke zu den Mahlzeiten inklusive) und das Italia-Bistro La Vela, in dem Pasta-Gerichte nach eigenen Wünschen frisch zubereitet werden.

Gegen angemessene Aufpreise gibt es noch mehr Auswahl, etwa das Steakhouse „Surf & Turf“, den Gourmet-Tempel „Richard’s“ und eine Sushi-Bar. Das Fisch-Restaurant „Gosch“ und die loungeartige Bar „Tapas y Mas“ teilen sich mit dem Italia Bistro einer große Freiluftterrasse am Heck des Schiffes; bei gutem Wetter kann sogar das komplette Dach dieser drei Restaurants geöffnet werden. Alle Restaurants zusammen bieten weit mehr Plätze, als es Betten auf der „Mein Schiff“ gibt, also keine getrennten Essenssitzungen, keine Wartezeiten, man kommt einfach, wenn man Hunger hat und nicht, wenn die Uhr es vorschreibt.

Nach dem Essen an die Bar. Auch hier fällt die Auswahl schwer: zwei 2 Poolbars, Nasch-Bar und Vinothek, News-Bar mit Nachrichten-Sendungen und Zeitungen, für den Aperitif die „Blaue Welt Bar“ über drei Decks. Zentraler Treffpunkt mit Live-Musik ist die TUI-Bar, stylisch weiß, Lichteffekte färben die ganze Bar mal blau, mal grün oder pink. Sehr stylish ist auch die „Himmel und Meer-Lounge“ mit großen Sitz- und Liegeflächen, mit Fatboys, schwingenden Sitzkugeln und einer großen Freiluft- Terrasse über der Brücke. Hier befindet sich auch die X-Lounge, die den Gästen der Suiten vorbehalten ist, sowie die Diskothek „Abtanz-Bar“. Eine besonders gelungene Umgestaltung erfuhr auch das Casino, dessen Spieltische dezent in eine gemütlich Bar integriert wurden, die noch dazu einen der schönsten Außenbereiche am Heck umfasst.

Vieles wurde hier nicht erwähnt, ist aber wie auf vielen Schiffen auf der „Mein Schiff“ selbstverständlich: Internet-Corner, Shopping-Center, Hospital, Konferenz-Center (ca. 100 Plätze), Bildergalerie, Golf-Simulator, Rezeption, Jogging-Bahn, ja und sogar die öffentlichen WCs wurden neu gestaltet.

Fazit: die „Mein Schiff“ ist kein neues Schiff und sie verheimlicht das auch nicht. TUI Cruises hat nicht zu viel versprochen. Dieses Schiff ist einzigartig und unverwechselbar, vielseitig und individuell wie die Gäste, die hier Urlaub machen sollen. Von der alten Galaxy merkt man fast nichts mehr – nur an Stufen und Bodenwellen findet man noch die Hinweise „Watch your step“. Und vielleicht begegnet man auch mal einem Techniker mit dem Celebrity-Logo auf seinem Blaumann. Dieses Schiff wird schnell Freunde finden, wie einst die A’ROSA blu. Und sie wird bald Geschwister bekommen: 2011 und 2012 will TUI Cruises zwei weitere Schiffe auf den Markt bringen. Wurde einst von Neubauten gesprochen, ist jetzt zu hören, dass es möglichweise wieder Umbauten werden. Warum nicht, wenn das Ergebnis wieder so überzeugend wird, wie die „Mein Schiff“.

© Rainer Nuyken, Treffpunkt Schiff / AtourO GmbH, 17.5.2009 TUI Bar Blaue-Welt-Bar

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