AIDAaura          MSC Lirica
Mein Schiff     MSC Musica        
AIDAbella        Norwegian Gem        AIDAvita   
    AIDAdiva     AIDAcara      AIDAblu (bis 2007)

Unabhängige Bewertungen und Reiseberichte zum Thema Kreuzfahrten direkt aus 1. Hand.

 

Mit AIDAdiva in Arabien


Von Morris (männlich)
Alter: 55
Detailbild Schiff AIDAdiva
Quelle: Quelle: Rainer Nuyken
SchiffAIDAdiva
Bericht vom20.03.2009
Reise vom20.03.2009
Dauer7 TAGE
RouteArabien

REISEBERICHT IM DETAIL


Zwei Jahre nach unserem ersten Besuch auf der Diva wollten wir mit der Lady die Küste der arabischen Halbinsel bereisen. Wir waren sehr gespannt, was uns erwartet, denn bei unserem ersten Besuch sind wir mit dem Schiff nicht so richtig warm geworden. Um es vorweg zu nehmen: Wir haben mehr bekommen als wir erwartet haben, und es war eine tolle eindrucksvolle Reise, bei der auch der Spaßfaktor nicht zu kurz kam.

Anreise

Wir hatten Just First Minute gebucht, und so konnten wir uns das Abreisedatum nicht aussuchen, und auch die Flüge von Düsseldorf nach Dubai waren schon ausgebucht, so mussten wir von Frankfurt aus fliegen. Die Anreise im PKW verlief reibungslos, und da es keinen Stau gab waren wir viel zu früh am Flughafen. Die Zeit bis zum Abflug vertrieben wir uns mit Urlaubsbieren und netten Gesprächen mit einem neuen Bekannten.

Pünktlich um 23 Uhr pferchte uns Condor in eine Sardinendose namens Boeing 767. Der Sitzabstand betrug gefühlte 10 cm. Schatzi kann etwas schlafen, ich mache kein Auge zu. Ich habe einen Gangplatz, und nach Fünfeinhalbstunden Flug habe ich jeden Hintern an Bord an meiner Schulter gespürt. Dank des Rückenwindes sind wir schneller als geplant erlöst und landen gegen 8 Uhr im Land der Teppichflieger.

Unsere Koffer sehen wir nicht, denn die werden gleich zum Schiff vor die Kabine gebracht, ein Vorteil der Condor-Flieger gegenüber den Emirates-Fliegern. Die Einreiseformalitäten dauern eine gewisse Zeit, man lässt es langsam und gründlich angehen. Natürlich für uns zu langsam, denn wir sind ungeduldig, aufs Schiff zu dürfen. Endlich an Bord erfahren wir, das unsere Kabine gegen 12.15 Uhr bezugsfertig sein wird. Also gehen wir zum Frühstück, welches wir ausgiebig genießen. Schon um viertel vor 11 begeistert uns die Durchsage, dass die Kabinen bezugsfertig seien. Wunderbar. Wir beschließen, uns frisch zu machen und dann – trotz der noch fehlender Koffer – nach Dubai zugehen auf Stadtrundfahrt.

Dubai by Bus

Im Hafenzelt gibt es die Bustickets. Die Fahrt mit dem Big Bus kostete 200 AED und kann in Bar oder mit Kreditkarte (Master, Visa, Amex) bezahlt werden. Statt AED akzeptiert man auch Euro oder USD, aber der Kurs wird über einen sehr dicken Daumen gerechnet, so dass man in Euro oder Dollar meistens etwas mehr bezahlt als wenn man zunächst in der Wechselstube Euro oder Dollar gegen Dirham tauscht. Bei aktuellen Kursen sind 200 AED ca. 44 Euro. Dafür bekommt man ein 24h gültiges Busticket, freien Eintritt ins Dubai Museum, ins Sheik Saeed Al Maktoum House, eine Dhaufahrt auf dem Dubai-Creek und ein Rabattheft für die Mercato-Shopping-Mall.

Am Hafen gab es einen Shuttlebus, der brachte uns zur Station Nr. 9 der Roten Linie (City Tour). Nun kann man von hier aus entweder der Roten Linie folgen, oder zwei Stationen weiter (Wafi) aussteigen, und auf die Blaue Linie (Beach Tour) wechseln. Dies taten wir, und fuhren nun mit dem „Blauen Bus“ die Küste ab: Jumeirah Moschee, Mercato Mall, Jumeirah Beach Park, Jumeirah Beach, Atlantis on The Palm Jumeirah, Mall of the Emirates, Dubai Mall, vorbei am Burj Dubai und dem Finanzdistrikt, hinaus zur Festival City und zur Station Deira City Centre. Hier wechselten wir auf die Rote Linie um an der nächsten Station auszusteigen und auf den Shuttle zurück zum Hafen zu warten.

Die beschriebene Route dauert ohne Aussteigen fast zweieinhalb Stunden, die Rote Linie abzufahren nochmals ca. 2 Stunden. Wenn man also noch etwas anschauen will, dann sollte man frühzeitig losfahren. Sonnencreme nicht vergessen!!!

Weil der nächste Shuttlebus erst in 45 Minuten kommen würde, beschlossen wir, ein Taxi zu nehmen. Dies kostete bis zum Hafen 12 Dollar, und wäre in Dirham bezahlt viel billiger gewesen. Aber dafür hatten wir das Erlebnis mit einer Taxifahrerin. Die Dame war völligst verschleiert, nur die Augen, Nase und Mund waren zu sehen, aber sie fuhr wie Walter Röhrl. Kurven wurden geschnitten, Geschwindigkeitsbegrenzungen übersehen, und hin und wieder quietschte gequält ein Reifen; es hätte nur gefehlt, dass sie über die Kerbs geräubert wäre.

Big Bus Dubai bietet auch eine Nachtfahrt an, für 100 AED (Tag- und Nachtkombi gibt es auch, Näheres hier www.bigbustours.com )

Den Rest des Tages verbrachten wir mit Auspacken, Abendessen und einigen Drinks. Da wir aber über 30 Stunden wach waren, wurden wir an diesem Abend nicht alt, und verschwanden ziemlich bald auf der Kabine. Die Welcome Poolparty ließen wir also aus, wie viele andere Gäste auch.

Hinweis: Im Hafen gibt es auch die billigsten Zigaretten, 11 Euro oder 14 USD (im Dubai-Airport sind es 15 USD) die Stange Malboro.

Seetag

Heute haben wir etwas für uns völlig ungewöhnliches gemacht: Wir sind um 5 Uhr aufgestanden. Aber es gab auch einen guten Grund, denn wir erwarteten eine Königin. Deshalb gab es auch schon ab halb sechs Early Bird Kaffee, und kurz darauf tauchte sie auch schon am Horizont auf, um bald darauf – das Kinn majestätisch vorgestreckt – in den Hafen einzulaufen: Queen Mary Zwo. Sie parkte gleich vor uns und damit hinter ihrer kleinen Schwester, der zweiten Elisabeth ein. Das war schon ein großartiges Erlebnis und hat das frühe Aufstehen gelohnt. So standen nun in einer Reihe vier Damen: QE2, QM2, AidaDiva und CostaVictoria. Nicht schlecht für den ersten Morgen.

Pünktlich um acht hieß es für uns „Leinen Los“ und wir dampften ab, hinaus in den Persischen Golf und durch die Straße von Hormus mit Kurs Mascat.

Den Tag verbrachten wir am Pool mit Pegeln, Lesen und Schwätzen mit neuen Bekannten. Als gegen Mittag plötzlich achtern etwa 20 Speedboote auftauchten, jedes besetzt mit 2 Personen, die genau auf die Diva zuhielten, kam Leben in die träge Poolgesellschaft. Schon raunten die ersten „Piraten!“, hektisch stürmten alle auf die Steuerbordseite. Das sah schon ein bisschen zum Fürchten aus, wie die da heran geflogen kamen. Aber sie drehten bei und passierten uns achtern. Später erfuhren wir, dass es sich um Handelsschmuggler oder Schmuggelhändler handelte, die seit über 30 Jahren in diesem Gebiet Waren aus den VAE in den Irak oder den Iran transportieren, sowohl legale Güter als auch Schmuggelware, was eben gebraucht wurde.

Der Abend sah uns im Buffalo Steakhaus, wo wir mit A., den wir beim Frühstück kennen lernten, hervorragendes Steak aßen, und der, wie sich herausstellte, ganz in unserer Nähe wohnt. Die Beach-Party am Abend war gut besucht. Der DJ blieb dem Motto treu, was einerseits dazu führte, das der Musikstil konsequent beibehalten wurde, andererseits aber den Unmut einiger Gäste hervorrief, weil keine Wünsche erfüllt wurden. Alles in allem war die Anytime gut besucht, und es gab eine Party bis zum frühen Morgen. Auch auf der Diva kann man also – entgegen anders lautenden Meldungen – feiern.

Ein Lob muss ich mal dem Barkeeper Stefan aussprechen, der die Bestellung eines Ehepaares ohne mit der Wimper zu zucken entgegennahm und auch noch das richtige Getränk brachte: Ihm einen General Mendoza und für die Dame ein Erdbeercäppi.

Mascat, Sultanat Oman

Heißt es nun Muscat oder Mascat? Keine Ahnung, ich entscheide mich mal für die Version mit „a“. Wir hatten die Biketour gebucht, und somit stand unser Tagesprogramm fest.

Die Tour durch das schöne weil doch noch recht ursprüngliche Mascat beginnt um 10 Uhr, eine gute Zeit. Leider ist es schon mindestens 33° warm, Tendenz steigend. Alle 80 Räder sind draußen, es gibt also 4 Gruppen zu je 20 Gästen geben. Ich habe die Ehre, Schlussfahrer zu sein, was in diesen Gefilden aber kein Problem ist.

Der Weg führt uns zunächst in den alten Sukh von Muttrah. Dort können wir ausgiebig shoppen. Schon beim Betreten des Sukhs erriecht man, womit hier früher und heute gehandelt wurde: Weihrauch. Ansonsten gibt es hier T-Shirts, Sportschuhe oder Elektronik, wie in jedem Kaufhaus, aber auch traditionelle Waren wie Weihrauch, Gewürze oder die bei den Omanis übliche Kleidung werden angeboten. Einen großen Teil des Sukhs nehmen Gold- und Silberschmiede ein. Im Sukh war es angenehm kühl, das Schlendern durch die Winkel und Gassen machte richtig Spaß.

Man konnte sich im Sukh auch jederzeit sicher fühlen, anders als z.B. in Tunesien oder Ägypten. Zwar wurden wir von jedem Händler angesprochen, aber niemand verstellte den Weg, niemals wurden wir angefasst, und man bekam auch nichts in die Hand gedrückt und sollte dann zum Kauf fast gezwungen werden. Nein, nichts dergleichen, sondern lediglich ein freundliches „Salam“ oder „Good afternoon“.

Nach dem Sukh-Shopping ging’s auch schon weiter. Der einzige Anstieg der Tour lag vor uns, ca. 400m lang und gefühlte 100 Höhenmeter steil (natürlich waren es höchsten 30 oder so Höhenmeter, aber das Thermometer zeigte inzwischen 40°, und so war der Berg für viele schon recht knackig). Aber alle kamen rüber, und wurden mit einem tollen Blick auf Mascat belohnt. Nach der Abfahrt besuchten wir das „Bait al Zubair“-Museum. Hier konnte man sich einen kleinen Überblick über die Geschichte des Omans und das Leben vor und nach dem Öl verschaffen. Außerdem ist das Museum klimatisiert, so dass wir etwas abkühlen konnten.

Unser Weg führte uns dann weiter in das Regierungsviertel mit seinem prächtigen Sultanspalast und dann auf die Corniche genannte Strandpromenade zurück zum Schiff. Unterwegs machten wir noch einen Stopp, der Gelegenheit bot, die 130 Stufen zu einem alten Wachturm aus der Zeit der Portugiesen hinaufzusteigen. Erneut werden die Strapazen mit einem schönen Ausblick belohnt.

Die Omanis waren uns gegenüber immer freundlich, zuvorkommend und höflich. Die Kinder sind ausgesprochen neugierig, aber nie bettelnd oder gar dabei, uns zu beklauen. Von Willi souverän geführt erlebten wir abwechslungsreiche 15 km (die von jedem zu schaffen waren, auch wenn der eine Berg etwas im Weg stand) und bekamen so einen kurzen Einblick in das Leben der Omanis. Achtung: Auch die Herren müssen hier mit Hosen radeln, die mindesten die Knie bedecken, auch die Schultern sind für Sie und Ihn bedeckt zu halten! Die Tour kostete 49 Euro, es gab 2 Trinkflaschen und einen Energiekörnerriegel für die Hühner auf Deck 2.

Nach dem Biken habe ich mit Volker getwistert, nach seinem Rezept: Orange, Limette, brauner Zucker zerstoßen wie beim Caipi, aber dann mit 4cl Wodka und mit 4cl Tequila - auf Crushed Eis natürlich - auffüllen, umrühren, und es twistert im Hirn.

Heute gab es wieder eine Polparty, unter dem Motto „Oriental Nights“. Es war erstaunlich zu sehen, wie viele Gäste sich im Sukh mit landesüblicher Tracht eingedeckt hatten, das beste Outfit sollte prämiert werden. Bei den Verkleideten war alles vertreten: Alte, Junge, Dicke, Dünne, Männlein, Weiblein, Singles, Paare und Gruppen, sie kamen als Scheich oder Haremsdame, als Omani und als manche mischten einfach alles was sie bisher erstanden hatten. Es war wirklich wie auf dem Clubschiff und hat Spaß gemacht.

Seetag / Abu Dhabi

Heute waren wir zu Gast beim Vielfahrertreff. Es begrüßten uns CD Clemens, RSM Melanie, HotMan Anja, SOM Heike und natürlich Kapitän Dr. Hoppert. Dazu ganze vier Gäste. Wir verplauderten eine halbe Stunde, tranken reichlich Champagner (die Flaschen waren offen…was sollten wir machen), es gab das übliche Foto, und dann war’s das auch schon wieder. Einen Besuch auf der Brücke gestattete man diesmal leider nicht, obwohl Käptn Hoppert da recht großzügig ist, wie wir von den letzten beiden VT wussten. Aber in der Straße von Hormus geht es zu wie auf der A3 zur Rushhour und da kann man sich keine Ablenkung leisten – Safety First, und das ist gut so.

Den Tag über machten wir nichts, außer mit verschiedenen Bekannten zu Pegeln, mit altbekannten Crewmitgliedern zu Plaudern, und von Maxim von der Ocean Bar lernten wir zwei neue Rezepte. Gegen einen leichten, einen ganz leichten Anflug von Seekrankheit, nehmen wir jeder einen Underberg, und schon ist alles weder gut. (Man darf ihn aber nicht einfach so runterkippen, sondern muss ihn wirklich Tropfen für Tropfen im Mund zergehen lassen. Schmeckt eklig, aber die Bitterstoffe zeigen recht schnell eine beruhigende Wirkung. Aber bitte schon beim ersten Anzeichen einnehmen.)

Das Abendessen nahmen wir in der Sushibar. Für kleines Geld hatten wir jeder einen großen Teller Sashimi und ein schönes kaltes Kirin. Wer mal Sushi versuchen möchte, es gibt den großen Probierteller, auf dem von Allem etwas drauf ist, schon für 12,50 Euro, und man bekommt auch erklärt was man da isst und wie man mit den Stäbchen umgeht.

Heute Abend sehen wir uns einige Shows an. Ich bin ja nicht so der Showgänger, aber das Theatrium überzeugt mich inzwischen wirklich. Man kann sich dauerhaft einen Platz sichern, oder aber nach jeder Show wieder verschwinden. Außer bei der ersten Aufführung von Kaleido war es wirklich nie ein Problem, bis 10 Minuten vor der Show einen Platz zu bekommen. Kellner wuseln herum und bringen Getränke, alles gut, was will man mehr.

Heute sehen wir eine Disney Show, die Moni toll findet, und ich gut gemacht finde, aber langweilig, nicht mein Geschmack. Dann sehen wir Magic of Colours, die wir beide langweilig finden, die aber für den der’s mag, eine großartig tänzerische Leistung bietet (Ich mag die Tanzerei nun mal nicht.) Allerdings gefällt mir die Musik von Magic ausnehmend gut, schade, dass man die nicht kaufen kann. Die Abba-Show im Anschluss versöhnt uns wieder, denn das ist unsere Musik, die Show ist klasse und das Ensemble hat wirklich sehr gute Sänger.

In der Anytime wird heute Black&White-Party geboten, aber da wir nicht so auf House stehen, bleiben wir nicht lange.

Kabine

Wir hatten die Kabine 4427, gleich die erste Innenkabine auf der Backbordseite nach dem vorderen Treppenhaus. Also sehr verkehrsgünstig gelegen. Die Kabine ist parallel zum Gang eingebaut, das Bett steht mit dem Kopfende an der Wand zum Gang. Jede Kabinentür, die zufällt, überträgt Schall und Knall auf das Kopfende des Bettes. Die Kabine ist völlig verbaut und darum sehr eng, um das Bett herum ist nur wenig Platz, den Koffer unter das Bett zu bugsieren gleicht einem Puzzlespiel. Das Bad ist fast wie immer, nur das WC steht so dicht an der Wand, das man nicht wirklich gemütlich … na Ihr wisst schon.

Unterhalb, auf Deck drei, sind die Pier 3 Bar und die Gangway, man hört beim Anlegen Winden und Hydraulik. Vor allem am Abreisetag ist die Seefahrt nicht mehr lustig, da es sehr laut werden kann. Außerdem rauschen gegen 1 Uhr nachts gewaltige Wassermassen irgendwo hinter der Kabine durch unsichtbare Rohre. Wir halten diese Kabine für nicht empfehlenswert.

Restaurants

Buffet

Das Angebot in den Buffetrestaurants war sehr gut. Es gab regelmäßig Fleisch, Fisch und Geflügel in diversen Variationen, es war schmackhaft zubereitet und ansehnlich präsentiert. Wir bekamen immer einen Platz, und es wurde nur sehr selten gedrängelt. Widerlich finde ich nach wie vor das Befüllen der eigenen Trinkflasche an den Getränkestationen im Restaurant. Die Flaschen passen nicht wirklich darunter, es läuft viel daneben und es ist unhygienisch. Wer zu schrabbig ist, 1,90€ für eine Flasche Wasser auszugeben, soll bitte Daheimbleiben. Sorry, da kenne ich auch keine Diplomatie.

Buffalo

Wieder einmal ein Hochgenuss, gutes Fleisch, leckere Salate, köstliche Beilagen und eine nette Betreuung durch das Servicepersonal. Empfehlenswert.

Sushi-Bar

Ein Muss für jeden, der Sushi mag oder gerne einmal versuchen möchte.

Rossini

Haben wir diesmal ausgelassen.

Liegenreservierer

Das leidige alte immer neue Thema. Diesmal allerdings um eine Facette bereichert, die wir noch nicht kannten. Jeweils am späten Vormittag und am frühen Nachmittag drehte die Liegenpolizei eine Runde. Jemand mit Streifen – wohl wegen des Respekts – erteilte Liegenknöllchen. Mitunter wurden noch die Liegennachbarn gefragt, ob der Liegenbesitzer dazu gehöre oder wie lange er denn schon weg sei. Dann wurde an der Liege ein Zettel angebracht, auf dem stand:

Liebe Gäste,

Diese Liege wurde um XX:XX Uhr reserviert vorgefunden und steht somit in 30 Minuten zur freien Verfügung. Wir danken für Ihr Verständnis.

Etwa 40 Minuten später kam dann ein Deckstewart in Begleitung eines Security Officers und dann wurden die Liegen entreserviert. Private Gegenstände wurden in Plastiktüten gepackt und am Poolshop hinterlegt. Dort konnte man dann seine Sachen abholen. Einmal haben wir uns dies angesehen. Die Reaktionen reichten von: „Na, klar, Ihr habt ja recht, wir haben uns festgequatscht und waren 2 Stunden weg“ bis hin zu „Eine Unverschämtheit, siebenmal sind wir schon gefahren aber so was haben wir noch nicht erlebt“, Kommentar eines Gastes: „Dann wird’s aber Zeit.“

Ich finde das gut so. Was wir schon alles gesehen haben, da werden Liegen mit einem Handtuch zusammengebunden, dann geht man auf den Ausflug, oder das Handtuch wird mittels Lanyard an der Liege befestigt, auch schön. Das Liegenreservieren geht durch alle Altersklassen, und alle sozialen Schichten, und wer schon auf anderen Schiffen war, weiß, dass es entgegen anders lautender Behauptungen, kein rein deutsches Problem ist.

Abu Dhabi

Für heute hatten wir erneut eine Biketour gebucht.

Wir starten heute schon um 9 Uhr, denn wir haben 40 km durch die Hauptstadt der VAE vor uns. Es ist schon so etwa 32°C warm, und Guide Willi erklärt, dass wir froh sein können, denn es wäre heute recht kühl. Schon nach wenigen Metern außerhalb des Hafens erfolgt unser erster Stopp. Wir bekommen die Gelegenheit, den Fischmarkt zu besuchen. Schon draußen vor der Halle ist die Luft geschwängert von einem unangenehmen, fauligen Fischgeruch. Die meisten der Gruppe konnten das, was uns im Inneren erwartete, ertragen, ich aber nicht. Schon als ich die Türe öffnete, verabredeten sich in meinem Magen Pfannkuchen und Rührei zu einem Ausflug, als ich dann in die Halle trat, machten sie sich gemeinsam mit dem Croissant auf den Weg. Ich schoss ein Foto ohne hinzusehen und machte, dass ich wieder raus kam bevor auch die Würstchen beschlossen, der Rückweg anzutreten.

Ich kam gerade rechtzeitig raus um das Frühstück drinzulassen. Respekt liebe Mitbiker, die Ihr das ausgehalten habt, und daher zu berichten wusstet, dass es Ausnehmer, Verkäufer und andere Jobs in der Fischhalle gab, und das alle anders gekleidet und somit zu unterscheiden sind. Ich war froh, als es weiterging.

Nun folgten 6km auf der Corniche, der Strandpromenade. Für 167 Millionen Dollar auf extra angeschüttetem Land erbaut, bot uns diese Strecke freie und ruhige Fahrt. Die Anlagen waren gepflegt, nirgends lag Müll herum, es gab keine Hundehaufen und auch kein Graffiti, sagenhaft. Alles war grüner als grün (falls das möglich sein sollte, dann hier). Wir radelten durch die Stadt zum Heritage Village, einem Freilichtmuseum, in dem die Traditionen der Beduinen gezeigt werden. Da es in den VAE keinen Alkohol gibt, beschieden wir uns mit Cola, aber ein schönes Dattelbier wäre schon gut gewesen.

Nach dem Heritage Village führte uns der Weg zum Emirates Palace, einem Luxushotel der Superlative. Besichtigen kann man es nicht, aber was wir von außen zu sehen bekamen, verschaffte uns einen Eindruck, was wohl im Inneren wartet.

Unser nächster Stopp verhieß Abkühlung: Strand. Das Wasser war herrlich, der Strand sauber und feinkörnig. Die Parkplätze den Strand entlang waren fast alle belegt, aber der Strand war eher wenig besucht. Große SUVs und flotte Flitzer, aber auch Familienkutschen standen einträchtig in der Reihe, und die Beachroad entlang promenierten unablässig Autos. Warum bloß? Die meisten Fenster waren getönt, wir konnten also nicht in die Autos hineinsehen. Ging man aber näher, stellte man fest, dass in jedem Auto Männer saßen. Wir erlebten gerade die arabische Version des Voyeurismus. Hier saßen ganz offen Spanner, die sich anschauen wollten, was die Touristinnen wohl zu bieten hatten.

Nach dem Strand schauten wir uns an, wie Herrscher in den VAE so leben, und ich muss sagen: Nicht schlecht, Herr Scheich. Das Fotografieren der Paläste war verboten, der Aufenthalt vor den Palästen ebenfalls, so reichte es also nur für einen kurzen Blick und ein schnelles heimliches Foto.

Inzwischen war es Mittag durch, die Sonne brannte nun vom Himmel und das Thermometer zeigt fast 40°. Bei jedem Stopp an einer Ampel lastete die Hitze auf uns, und von unten strahlte der heiße Asphalt wie ein Backofen. Wir drehten eine Runde durch das Viertel der Besserverdienenden, um dann über die Corniche zurück zum Hafen zu fahren. Auch heute durfte ich wieder hinten dran fahren, aber bei dieser Strecke und mit diesen Mitfahrern und mit Guide Willi vorneweg war das ein Vergnügen. Diese Tour, die jeder fahren kann, der die Hitze aushält, ging über 40km, kostete 59 Euro und wir bekamen 2 Trinkflaschen und den üblichen alkoholfreien Müsliriegel.

Heute wurde im Theater die Show „Kaleido“ wiederholt. Die Musik, die Kostüme, die ganze Darbietung hat sogar mich, als Theatermuffel, überzeugt. Einfach eine tolle, feurige Show mit Tanz und Artistik vom Allerfeinsten.

Später rocken die Schlagertörtchen die Aida-Bar bis spät in die Nacht, und die folgende 70er-Party läuft ebenfalls sehr gut bis in den frühen Morgen. Tanzen, flozen und feiern, so wie auf einem Clubschiff, der Abend bzw. die Nacht machen so richtig Laune. Später kommt noch Crew hinzu, und man kann wunderbar gemeinsam filosofieren.

Bahrain

Bahrain haben wir zum Seetag erklärt. Es gab nichts, was uns so recht interessierte, und die Gäste, die von gebuchten Ausflügen zurückkamen hatten meist recht enttäuschte Mienen. Wir flozten stattdessen mit der Schweizer Fraktion diverse Flaschen Prosecco, und ich lernte viel über die Befindlichkeiten unserer südlichen Nachbarn. Außerdem weiß ich nun was ein Fumoir ist, und was ein Enmerdeur tut. Zum Abendessen gingen wir erneut ins Buffalo Steakhaus. (An dieser Stelle einen lieben Gruß an Restaurantleiter Thomas, der erneut, wie schon auf der Aura, ständig Zahl der reservierten Plätze erhöhen musste.)

Am Abend unterhielt uns die Crew bei „Crew meets Band“, und auch die Rock-Party lief wohl ganz gut, allerdings ohne uns.

Dubai

Für heute hatten wir eine Reservierung im Burj al Arab. Die Teatime in der Skyview Bar im 27. Stock hatten wir schon von zu Hause aus gebucht. Das geht ganz einfach unter www.jumeirah.com . Vom Burj erhält man eine Bestätigungs- E-Mail, die druckt man aus und nimmt sie mit. Die Teatime kostet 385 Dirham / Person, und was es gibt dazu später mehr.

Das Burj bietet verschiedene Termine an, und wer den späteren Termin nimmt, der könnte viel Verkehr oder gar Stau haben, bitte also früh genug losfahren. Bei uns lief das so:

Am Hafen nahmen wir ein Taxi, welches uns zum BaB bringen sollte. (Die Fahrt kostet übrigens 40 bis 45 DH.) Da wir Sorge hatten wegen des Verkehrs, waren wir zu früh unterwegs, deshalb schlug unser Taxifahrer noch einen Besuch in einem Shoppingcenter vor. Es sei keine Mall, eher klein, aber dafür schön, neu eröffnet und preiswert. Okay, dachten wir, so machen wir das.

Das Shoppingcenter war relativ klein, es war flammneu, aber unter preiswert verstanden der Taxler und wir wohl etwas anderes. Trotzdem war es ein Erlebnis. Vom ersten Moment an begleitetet uns eine persönliche Shoppingassistentin, die alles erklärte, zeigte und aus- und einräumte. Nachdem wir uns für einige Kleinigkeiten als Mitbringsel entschieden hatten, trug die Assistentin diese Dinge für uns in einem Korb zur zentralen Kasse.

„May I have the privileg, to show you some carpets, sir?“ Diese Art von Ansprache herrschte dort. Wunderbar. Das Gespräch über die Vorteile eines Schals verlief ungefähr so:

„This is pure cashmere pashmina, madame. Feel it…..“

„The colour matches perfectly with your hair, madame.“

„You don’t need a mirror, madame, you’re mirror is here.“ Damit war ich gemeint. Ein wirklich eindrucksvolles Einkaufserlebnis, denn natürlich musste Pure-Cashmere-Pashmina-that-matches-perfectly-with-Hair mit nach Hause genommen werden.

Von dort fuhren wir das restliche Stück zum Burj al Arab. Ein Posten kontrolliert die E-Mails oder sonstige Einladungen, und wenn die in Ordnung sind, dann kann man mit dem Taxi beim Burj vorfahren. Nur wer reserviert hat, kommt über die Brücke. Sofort öffnen dienstbare Geister die Taxitüren. Unter vielen Good Afternoons und Verbeugungen betreten wir die Lobby. Dort reicht man uns zur Begrüßung Rosenwasser für die Hände, und ein Page wedelt mit Weihrauch, ein anderer bietet frische Trauben an.

Ich werde jetzt nicht das Burj beschreiben, das kann sich jeder auf der Homepage auf den Bildern anschauen. Nur so viel: Wir waren sehr beeindruckt. Wir empfehlen folgendes:

Immer individuell buchen, von daheim, nicht über Aida. Nur dann kommt man in die Skyview Bar. (Aida-Gäste landen im Bankettsaal – auch 27. Etage, oder im Restaurant im 2. Stock.)

Eine halbe Stunde vorher da sein, denn dann ist schon „Einlass“, so kann man noch schöne Fotos vom leeren Restaurant machen.

Der Barmanager – Felix – ist Deutscher, und immer da, wenn Aidatag ist, weil dann viele deutsche Gäste da sind.

Kreditkarte nicht vergessen! Man muss zwar bei der Buchung die Kreditkartennummer angeben, damit ist aber keine Belastung der Karte verbunden. Es kommt immer wieder vor, dass Gäste die Karte nicht dabei haben (sagt Felix).

Für die 385 Dirham bekommt man zunächst 1 Glas Champagner, dann eine Lachspastete, und dann den Burj-al-Arab-Stand, eine Etagere mit 4 Etagen, darauf sind (von oben nach unten):

Sandwichs (Rostbeef, Thun, Ei, Turkey), Brötchen, Scones (mit Clotted Cream, Sahne, Erdbeer- und Marcujakonfitüre – Die beste Erdbeerkonfitüre de ich je gegessen habe, ehrlich.), Carotte Cake, Schokokuchen und 4 Sorten Patisserien. Sandwichs und Scones werden nachgelegt, „all you can eat“. Später gibt es dann noch Pralinés und frische Beerenfrüchte mit Sahne. Dazu Kaffee bis zum Abwinken oder Tee ohne Ende. Die Tees sind wirklich Spitze, es gibt schwarze und grüne, natur und auch aromatisiert. Die Kaffees sind internationaler Standard und eher gewöhnlich.

Der Blick aus dem 27. Stock ging auf der einen Seite über Dubai – Skyline mit Burj Dubai – und auf der anderen Seite auf The Palm, Jumeirah; es war wirklich grandios. Die Aufzüge sind an der Außenseite des Gebäudes und verglast, so dass man beim Hinauffahren schon einen guten Eindruck vom Panorama bekommt. Weil das so spannend war und Spaß machte, sind wir mehrmals rauf- und runtergefahren, und wir waren nicht die einzigen.

An dieser Stelle viele Grüße an unsere Tischnachbarn, die mir einen Stift borgten für meine Aufzeichnungen für diesen Bericht.

Nach guten 3 Stunden im Burj – zum Schluss hatten wir noch 2 Bellinis (die gehen aber extra!!) – ging’s mit dem Taxi zurück zum Hafen. Der Taxler war freundlich, bot sogar von seiner Wasserflasche an, und kämmte sich hin und wieder die fettigen Haare. Uns zuliebe legte er seine beste Jallah-Jallah-Ashratt-Kassette auf, und er versuchte in bestem Pakistenglisch zu erklären, wie wann warum welcher Traffic sei, und warum er Umwege fahre. Wurden wir geschnitten oder es ging nicht schnell genug, fluchte er wie ein Kameltreiber (so nehme ich jedenfalls an) und erzählte dem jeweils anderen sicherlich etwas über seine Mutter, seine Schwestern und seine Vorfahren, die bestimmt alle Esel waren. Mit diesem Herrn entspann sich dann auch eine Diskussion über den Fahrpreis in Dollar. Er nannte eine Zahl, die war aus der Luft gegriffen, nach einigen Taxifahrten hat man schließlich raus, was OK ist und was nicht. Ich gab ihm was ich für richtig hielt, er lamentierte, erzählte was über meine Familie, ich ließ ihn aber sitzen, stieg aus und ging. Da er nicht hinterher kam, war er wohl trotz allem zufrieden.

Wir verbrachten den restlichen Tag mit Packen und an der Bar, dann gingen wir früh zu Bett. Die Farewell-Poolparty würde ausfallen, da es stürmte und – regnete. Seltenes Ereignis in Dubai, aber die Poolparty fiel ins Wasser.

Da die ersten Passagiere schon gegen 4 Uhr über Lautsprecher aufgefordert wurden, zu den Transferbussen zu gehen, war unsere Nacht schnell vorbei. Auschecken, Flughafentransfer und dortiges Einchecken klappten reibungslos, und nach Sechseinhalbstunden in Condors Sardinendose waren wir wieder zurück.

Fazit

Wir haben uns mit der Diva versöhnt, und stellen fest, dass das Angebot im Vergleich zur ersten Tour u.E. besser geworden ist. Immer gibt es etwas zu tun, irgendwas war immer angeboten, und auf dem Pooldeck gibt es sogar Getränkeservice an der Liege. 4 Shows je Abend treffen fast jeden Geschmack, die Moderation des Aida-TV ist richtig gut geworden (liegt natürlich auch an der Moderatorin Alex, die ihr Ding gut machte), trotz des relativ hohen (gefühlten) Altersdurchschnittes war auf den Parties viel los, und auch die Anytime Bar war gut besucht. Wir werden auf jeden fall Diva, Bella oder Luna wieder buchen, wenn die Route uns interessiert.

LG
Morris

REISEBERICHT MELDEN


Da sie nicht registriert sind, hinterlassen sie bitte noch ihre Email-Adresse und bestätigen Sie den Sicherheitscode.
Email:
Sicherheitscode:
Um einen Bericht zu melden, geben sie bitte noch einen Grund an
Grund für die Meldung:

REISEBERICHT WEITERLEITEN


Da sie nicht registriert sind, hinterlassen sie bitte noch ihre Email-Adresse und bestätigen Sie den Sicherheitscode.
Email:
Sicherheitscode:
Um den Bericht weiterzuleiten, geben sie bitte die gewünschte EmailAdresse an
An wen weiterleiten:
Nachricht für den User: